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| Rundreise Peloponnes/Griechenland (2009) |
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Reisebericht Peloponnes in Griechenland (geschrieben von Werner Walti)
1. Tag / 5.10.09 (ca. 120 km)
Athen – Korinth - Nafplion
Es war ein Novum für uns mit den neuen E-Tickets bei Swiss ein Tag zuvor schon via Internet einzuchecken. Am nächsten Tag, also heute, mussten wir dann nur noch unser Gepäck aufgeben. Die Passkontrollen verliefen im Flughafen Zürich wie gewohnt effizient und mit grosser Sicherheit. Wie gewohnt für Schweizer Verhältnisse hob die Maschine im Flughafen Zürich mit nur 5 Minuten Verspätung in den Süden nach Griechenland ab und mit gerade mal 2 ¾ Stunden erreichten wir auch schon Athen. Dann begann unsere erwartete Griechische Wartezeit auf das Mietauto. Wir mussten 4x anrufen und wurden von der Griechischen Auto Union Autovermietung jedes Mal um weitere 10 oder 15 Minuten vertröstet. Nach guten 2 Stunden Wartezeit bequemte sich doch noch ein Shuttlebus der Autovermietung daher. Uns wurde gleich klar was da abging – statt uns zu informieren, dass er warte bis der Bus voll sei (dazu mussten aber erst noch 2 Flugzeuge landen) wurden wir einfach hingehalten. Naja, griechische Mentalität…..
Endlich konnten wir unser verbeultes und auf allen Seiten von der Strasse gezeichnetes Auto im Empfang nehmen. Ich hatte für eine bequeme Fahrt extra mein Navi aus der Schweiz mitgenommen, welches aber sich nur auf die Griechische Stadt- und Strassennahmen verstand. So mussten wir erstmals eine Griechische Strassenkarte organisieren. Mit diesen Namen im Navi eingegeben ging es dann ziemlich flott und ohne Verzögerung nach Korinth. Nicht die Stadt war das Ziel, sondern der weltberühmte Kanal, denn wer den Peloponnes auf dem Landweg ansteuert, muss den Kanal von Korinth besuchen. Die 6 km lange Wasserstrasse wird durch eine Eisenbahn sowie Strassenbrücke in schwindelerregender Höhe von 45 m überquert. An der Wasseroberfläche ist der Kanal gerademal 8m tiefe und gut 24m schmal. Die Felswände selbst steigen am Rand bis zu 76 m hoch auf. Der Kanal verbindet seit 1893 den Saronischen mit dem Korinthischen Golf und erspart Schiffen auf dem Weg vom Ägäischen ins Ionische Meer oder umgekehrt eine Tagesreise um den Peloponnes. Dafür wird aber der Rederei tüchtig Geld abgenommen. An diesem Ort kommen die großen Schiffe so nah vorbei, dass man meint, sie berühren zu können.
Wer sich aber schon die Mühe genommen hat um hierher zu kommen, sollte sich auch Alt-Korinth (Archéa Kórinthos) ansehen. Das am Stadtrand ländlich und beschaulich gebliebene Dorf von Korinth grenzt unmittelbar an die Ausgrabungsstätten, die bereits im 8. Jh. v. Chr. eines der bedeutendsten Gemeinwesen Griechenlands war. Archäologen haben schon seit dem 18. Jhd. das Stadtzentrum mit seinen Tempeln, Markthallen und Brunnen ausgegraben und freigelegt.
Leider war es uns vergönnt dies zu besuchen, da uns die Zeit drängte und der Nachmittag schon sehr fortgeschritten war. Uns fehlten einfach die 2 Stunden, die uns die Autovermietung „geraubt“ hatten.
Wir fuhren also weiter auf der wirklich gut ausgebauten Autobahn (E94 und E65) in Richtung Tripoli, und mussten für den Wegzoll (Mautgebühren) € 8.40 berappen. Die letzten gut 20 Kilometer fuhren wir auf der leicht hügeligen aber gut befahrbaren Hauptstrasse an wunderschönen Orangenplantagen und Olivenhain vorbei direkt nach Nafplion.
Die Pension Acronafplia (www.pensionacronafplia.gr) hat sehr exklusive und schöne Zimmer. Wer nicht unbedingt auf den letzten Cent achten muss, ist dort sicher gut untergebracht.
2. Tag / 6.10.09 (ca. 250 km)
Nafplion – Mykene - Iréo (Iraion) – Epidauros – Dídima – Tolo – Nafplion
Nach einer wahrlich furchtbaren Nacht, geplagt von blutrünstigen Moskitos die uns bis um 4:30 Uhr nicht schlafen liessen und eine Zimmertemperatur von 27 Grad, die erst mit den Morgenstunden kühler wurde, schleppten wir uns eine Stunde verspätet (ich hatte vergessen mein Handy um eine Stunde wegen der Zeitverschiebung vorzustellen) mürrisch und unausgeschlafen an den Frühstückstisch. Die Sonne schien aber schnell wieder in unseren Herzen, als wir das feine Frühstück erhielten. Der ausgezeichnete sämige Quark übergossen mit etwas Honig zeigte seine Wirkung und die schreckliche Nacht war schnell vergessen. Zudem hatten wir einen herrlichen Ausblich auf das Insel-Kastell Bourdzi.
Nach dem Frühstück fuhren wir nördlich in wenigen Kilometer zu erreichende Mykene. Unser Ziel war die Burg, welche hinter dem Ort selbst liegt. Die Mauern der 3500 Jahre alten Burg von Mykene auf einem niedrigen Hügel am Rand der fruchtbaren argolischen Ebene findet man schnell nach wenigen Kurven. Hier residierten einst mächtige Könige wie Atreus, Agamemnon und Orest zwischen 1600 und 1200 v. Chr.. 1876 entdeckte Heinrich Schliemann in den Königsgräbern bedeutende Goldschätze mit einem Gewicht von 14 kg. Die berühmte Totenmaske des Agamemnon und ein Teil seines Fundes sind heute im Archäologischen Nationalmuseum in Athen zu sehen. Der Hauptweg führt vom Eingang zum berühmten Löwentor. Es besteht aus vier tonnenschweren Blöcken. Nach Durchschreiten des Tors erreicht man die Gräber, welche ebenfalls Schliemann freilegte. In diesen fand er aus dem 16. Jh. v. Chr. 19 Skelette, goldene Totenmasken, mit Blattgold bedeckte Gewänder, Schmuck, Waffen und Gefässe. Der vorgegebene Weg führt nun weiter durch die Burganlage, von der aber nicht mehr viel übrig geblieben ist, bis zum kleinen Museum, in dem Schliemannsch‘s Goldfunde und Freskenresten zu betrachten sind. (April bis Okt. tgl. 8-19 Uhr, Nov.-März tgl. 8-15 Uhr, Museum am Mo erst ab 12 Uhr, Eintritt € 6.- pro Person).
Nur wenige Kilometer südlich liegt das selten besuchte, aber doch eindrucksvolle Ireon mit seinen Ausgrabungen wie die Zeusgattin Hera. Wer also Zeit hat, sollte sich das nicht entgehen lassen. (Di-So 8:30-15 Uhr, Eintritt € 2.-)
Nun quer durch den „Finger“ von Peloponnes an die Ostküste führt uns die Strasse via Nafplion nach Epidauros. Das besterhaltene Amphitheater Griechenlands (liegt aber nicht am Meer sondern im Landesinnere), führt heute vor allem grossartige Aufführungen antiker Tragödien auf. Es wurde im 3. Jh. v. Chr. mit 34 Sitzreihen errichtet und etwa ein halbes Jahrhundert später auf 55 Sitzreihen für 12 000 Zuschauer vergrössert. Wer einmal ganz oben auf der Treppe sass, und den Worten von unten aus dem Herzen des Amphitheaters zu lauschen bekam, war mit Sicherheit über die perfekte Akustik erstaunt. Uns erging es jedenfalls so. Auch optisch gibt es nach wie vor sehr viel her. Die angrenzenden Ausgrabungen sind noch im vollen Gange, geben aber noch nicht viel her. (Ausgrabungen April-Okt. tgl. 8 bis 19 Uhr, Nov.-März tgl. 8-17 Uhr, Museum Mo immer erst ab 12 Uhr, Eintritt Museum und Ausgrabungen € 6.-).
Der Nachmittag war noch jung und so war die Verlockung gross, um den „Finger“ dem Meer entlang zu fahren. Die Strasse entpuppte sich als rau und sehr kurvenreich. Ab und zu muss auch auf Asphaltverwerfungen und Schlaglöcher geachtet werden, was einem bei der wirklich sehr schönen Strecke schwer fiel.
In Didima wussten wir von der aussergewöhnlichen Natursehenswürdigkeit ersten Ranges. An der Strasse führt ein Wegweiser auf gut befahrbarem Feldweg zu den zwei gewaltigen Krater, welche man schon von weitem ausmachen konnte. An einen Drahtzaun angelangt ist erst mal halt angesagt. Auf der anderen Seite jenes Zauns blickt man in einen 40 m tiefen Krater mit mehr als 100 m Durchmesser. In Wirklichkeit ist es aber kein Krater, sondern eine Doline: eine ehemalige Karsthöhle, deren Decke eingestürzt ist. Der Boden ist voll von Büschen und Bäumen bewachsen, und ergeben zusammen mit den steilen Wänden ein einmaliges Bild. In Wände sind zwei weisse christlich-orthodoxe Kapellen eingebaut. Dort wo der Feldweg den Zaun erreicht, führt eine Treppe zu einer dieser Kapellen hinunter. Die zweite Doline erreicht man am Rande der Felswände entlang auf der gegenüberliegenden Seite. Zur zweiten Doline, jene, die man schon von weitem sieht, gelangt man zu Fuss in etwa 400m. Sie ist zwar grösser, aber weniger eindrucksvoll als die Erste.
Einige Kilometer nach Didima zweigt man nach links von der Hauptstrasse ab in Richtung Kandia und erreicht den touristischen Ort Tolo. Obschon vor allem in der Sommerzeit überlaufen lohnt sich ein Halt an diesem schmucken Ort. Er lädt nicht nur zum Baden sondern auch zum flanieren an der Hauptstrasse ein. Im Zentrum hat man von dem angrenzenden Restaurant einen herrlichen Blick auf Meer und den umliegenden kleinen Inseln.
Der Weg von Didima zurück nach Nafplion ist schon im Ort gut beschildert und nur wenige Kilometer.
3. Tag / 7.10.09 (197 km)
Nafplion – Elónas – Monemvassia
Nach einem guten Frühstück das wir uns von gestern schon gewohnt waren, ging es mit unserem Mietwagen Fiat Punto frisch gestärkt um den Kolpos Argolidas in den zweiten Finger alles der Küstenstrasse entlang in Richtung Leonidion. Die zauberhafte Aussicht aufs Meer und schroffen Felsformationen lassen oft die Blicke von der Strasse abschweifen – es ist also Vorsicht geboten. In Leonidio wird die Strasse auf einmal sehr eng, und wird den Wohnmobilfahrer einiges abverlangen. Kreuzen ist an einigen Stellen beinahe unmöglich. Die Strasse beginnt nun am Fluss Dafnón entlang immer mehr anzusteigen, bis sie in zahlreichen Serpentinen in das Párnongebirge weiterführt. Die steilen Felsformationen laden auch da zum langsam fahren ein. Auf halbem Weg zwischen Leonidio und Kosmas befindet sich das überaus sehenswerte kleine Kloster Elónas viele Hundert Meter höher an der Steilwand eines Felsens aus dem 18 Jhd. Unter der Kirchendecke hängen zahllose Öllampen dicht aneinandergereiht, gestiftet von Gläubigen, denen ein Gebet im Kloster geholfen hat – so die Erzählung eines Mannes, der uns die Worte der Nonne übersetzte. Vom Kloster aus hat man eine prächtige Aussicht ins Tal hinunter und auf die umliegende Bergwelt.
Die gut ausgebaute Serpentinstrasse führt uns auf ein Hochplateau in 1000 m Höhe und weiter bis ins Dorf Kosmas (1150 m).Das idyllische Bergdorf mit seinem wunderschönen Dorfplatz ist auf jeden Fall ein Halt wert. Dem Dorfplatz spenden einigen über hundert jährige Platanen viel Schatten vor der heissen Mittagsonne. Um weiter nach Monemvassia zu gelangen, muss man links um die Kirche fahren – die Beschilderung ist auf diesem kleinen Dorfplatz etwas unklar. Weiter führt die Passstrasse bis auf 1230m hoch, wobei auf der Höhe keine grossartige Aussicht zu erwarten ist.
Bis an die Küste kurz vor Monemvassia ist die Strasse von zahlreichen Olivenhainen, Orangen- und Zitronenplantagen gesäumt. Die 5.5 km am Meer entlang bis zum Ort selbst sind bezaubernd schön. Es ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten, um diese schöne Landschaft mit Meer verbunden in Bild festzuhalten.
Monemvassia selbst erkennt man schon von weitem an seinem wuchtig grossen Felsmassiv im Meer. Das überaus schmucke Dorf ist am Fusse des Felsmassives bzw. in die alte Festung gebaut. Man erreicht es über den schmalen Damm, welcher das Festland mit dem Felsmassiv verbindet. Die Strasse hochgefahren erreicht man das alte verwinkelte Tor der Festungsmauern, vor dem dann mit dem Auto kein Weiterkommen mehr möglich ist. Das Dorf ist autofrei. Viele griechische Investoren haben das Unterdorf von Monemvassia vor dem schleichenden Zerfall gerettet. Die Häuser wurden restauriert, renoviert und dienen jetzt vor allem den Touristen für Übernachtungen. Es fehlt auch nicht an schmucken Restaurants, Baars, kleinen Schmuck- und Souvenirläden, welche in den kleinen Gässchen zum verweilen einladen. Zwischen den Häusern die schmalen Gassen hoch gegangen, erreicht man die steinerne Treppe alter Zeiten, welche zum Oberdorf führt. Auf dem Hochplateau des riesigen Felsmassivs finden sich Reste der Oberstadt mit Kastell, Zisternen und Kirchen. Ein Besuch ist alleine schon der kleinen Kirche wegen wert, da sie bauähnlich der Hagia Sophia (errichtet zwischen dem 11. und 13. Jhd.) in Istanbul ähnelt. Abends, wenn man dann gemütlich auf einen der Restaurantterrassen sein Essen geniesst, kann man hervorragend den unzähligen Schallwellen der vielen Fledermäuse lauschen, die sie zur Orientierung aussenden (sofern das Gehör dies noch wahrnehmen kann). Kein Wunder, hat es doch noch viele leerstehende Ruinen im Unterdorf.
4. Tag / 8.10.09 (120 km)
Monemvassia - Elafónissos - Monemvassia
Durch ein Frühstück gestärkt fuhren wir die 6 km kurze Küstenstrasse Richtung Süden, um danach über die serpentinenreiche Strasse auf die andere Seite der Halbinsel – wir nennen es Finger – zu gelangen. Die zum Teil recht enge Strasse führt bis auf 609 m hoch und an einigen kleinen Bergdörfern vorbei. Immer wieder hat man eine herrliche Fernsicht auf die umliegenden Berge und aufs Meer. Es ist auch die kürzeste Strecke um nach Neapoli zu gelangen. Die Hafenstadt Neapoli mit knapp 2000 Einwohnern ist für den Ausgangsort von zahlreichen Wanderwegen bekannt. Uns selbst hat der Ort nicht sonderliche gefallen, weshalb wir auch gleich wieder weiterzogen. Auf dem Tagesplan stand die Insel Elafónissos. Hier auf dieser Insel am äussersten Süden der Parnónhalbinsel bietet sich Peloponnesbesuchern die Gelegenheit, das Leben auf einer kleinen, noch nicht völlig vom Tourismus veränderten Insel kennen zu lernen. Die Insel wird nur durch einen 1 km breiten Meeresarm vom Festland getrennt, welche Strecke sich mit der regelmässig verkehrenden Fähre (sie verkehrt stündlich ab Púnda) überwinden lässt (€ 12.-für ein Auto mit 2 Personen pro Fahrt). Im einzigen schmucken Dorf der Insel leben noch etwa 750 Menschen; die meisten von ihnen sind Teil- oder Vollzeitfischer. Bekannt ist aber diese Insel vor allem für ihren zauberhaften, wenn nicht schönsten Sandstrand Peloponnes. Dieser befindet sich 4.5 km vom Dorf am südöstlichen Teil der Insel (von der Fähre herunter gleich links abbiegen) und trägt den Namen Simos-Beach. Kein Hotelbau noch sonstige Privathäuser stören den rund 50 m breiten Strandgenuss in Sichelform. Jedoch weht eine frische Meeresbrise, die für angenehme Abkühlung sorgt. Das Wasser ist von türkisgrün bis tiefblau und der Einstieg ins Meer verläuft sanft und sandig.
5. Tag (169 km)
Monemvassia - Gythio -Areopolis - Marmari - Gerolimenas (Marmari)
Nur ungern verliessen wir den überaus schmucken Ort Monemvassia. So durchquerten wir den zweiten Finger zurück auf der Hauptstrasse, auf der wir vor zwei Tagen gekommen waren und fuhren direkt nach Gythio, eine Hafenstadt mit über 7500 Einwohnern am lakonischen Golf – oder auch dem dritten Finger von Peloponnes. Wenige Autominuten vor Gythio kann man an der Küste ein auf Grund gelaufenes verrostetes Frachtschiff von der Ferne bestaunen – dieser Halt ist ebenfalls eindrücklich. An Sehenswürdigkeiten hat Gythio selbst nicht viel zu bieten – es sei denn, man mag eine wirklich schöne Hafenpromenade mit Kaffees, von denen aus man auf die vielen kleinen, farbenfrohen schaukelnden Fischerboote im Hafen blicken kann. Auch der anliegende Park mit dem Leuchtturm passt gut zu diesem Bild.
Quer durch den Finger gefahren, auf die Westseite dieser Halbinsel, sind wir in Areopolis angekommen. Da dieser Ort für uns nicht viel zu bieten hatte, zogen wir gleich in Richtung Südosten wieder an die Ostküste dieses Fingers weiter. Die unzähligen kleinen Buchten bis ganz in den Süden gefallen auf jedem Fall. An diesem Küstenabschnitt trifft man oft alte Türme aus vergangenen Zeiten an, deren sich aber Einheimische zu Eigen gemacht haben. Die Bucht von Porto Kagio ganz im Süden gelegen ist eine sehr Fotogen ehemalige Piratenbucht, aus der Nähe betrachtet ist sie aber nur halb so interessant. Auch der gegenüberliegende Ort Marmari mit ihrem feinen Sandstrand und wunderschön gelegenen Pension ist sehenswert, zieht aber vor allem im Sommer viele Gäste an und kann schon mal etwas überfüllt sein. Ganz am Ende der Halbinsel liegen zwei kleine Buchten nebeneinander die zum Baden einladen. Selbst ein Restaurant fehlt dort nicht.
Zurück in Richtung Norden der Westküste entlang gefahren, erreicht man inmitten der kahlen Landschaft auf einem Hügel das teilweise bewohnte Ruinendorf Vatia. Es ist eines der beeindruckendsten Dörfer von ganz Peloponnes, welches Stück für Stück von reichen Griechen wieder restauriert wird. Sehr zu empfehlen ist das Hotel Ryrimai (****) gegen Ende der Bucht auf der linken Seite. Sie geben sich extrem Mühe, die Zimmer sind sehr speziell eingerichtet und das Essen ist fantastisch (www.kyrimai.gr)!
6. Tag (239 km)
Gerolimenas - Kiparissía - Filiatrá - Gargaliánoi - Pílos - Methóni
Nach dem sehr üppigen und delikaten Frühstück fuhren wir die südwestliche Küstenstrasse hoch bis nach Kalamata. Immer wieder tauchen kleine alte Bergdörfer und zum schwimmen einladende kleine Buchten auf. Wer Zeit hat und von traumhaften Tropfsteinhöhlen wie Bostoina in Slowenien noch nicht gesättigt ist, sollte unbedingt die Tropfsteinhöhle von Pírgos Diroú kurz vor Areopolis besuchen. Auf einem bis zu 300 m tiefen Fluss werden die Besucher ca. eine Stunde lang auf kleinen Booten durch die zahlreichen Gänge und Säle entlangfahren. Ein Naturschauspiel das man sich nicht entgehen lassen sollte.
Von Kalamata aus wählten wir die Strecke in Richtung Megalopoli und bogen dann links nach Kiparissia ab. Diese Strecke war ein Fehler, denn es ist eine stark befahrene nicht sonderlich schöne Strecke, auf die man ohne Zweifel verzichten kann. Viel schöner wäre sicher die Route unten am Finger entlang nach Koroni und Methoni gewesen. Doch wir wollten unbedingt einer der schönsten Badestrände Griechenlands, die Rinderbauchbucht, besuchen. Dieser liegt direkt bei Gialova / Pylos. Kilometerlang erstrecken sich feinster Sandstrand und hohe Dünen. Da die Bucht auf der Nordseite etwas abgewinkelt liegt, ist das Meer meist ruhig.
Nach dem Sonnenbad und Bad im Meer erreicht man Pylos über eine Anhöhe. Das vor allem im Sommer mit ca. 3000 Einwohnern lebendige Städtchen bietet viel Atmosphäre und mit seinen steil ansteigenden schmalen Gässchen, den kleinen Häuschen und den vielen Fischerbötchen im Hafen hat es einen besonderen Charme. Auf der Sphaktiria-Insel, gegenüberliegend vom Hafen, sind einige Denkmäler und auf der Nordsseite der Bucht die Überreste der riesigen ehemaligen Türkischen Befestigungsanlage zu bewundern.
Die Fahrt zu unserem sehr einfachen Hotel Amalia in Methoni waren mit 14 km nicht mehr weit.
7. Tag (ca. 240 km)
Methóni – Dimitsána – Langádia – Vitína
Den Hotelbunker verliessen wir nur zu gern und freuten uns auf die Burganlage am Meer in Methoni. Innerhalb der Burgruinen wird einem gut vor Augen geführt, welch wichtiger Stützpunkt die Burganlage im 15 Jhd. gespielt haben mag. Es war auch in diesem Jahrhundert, als die Venezianer diesen wichtigen Stützpunkt an das osmanische Reich verlor. Heute zeugen nur noch die Mauern von dieser geschichtsträchtigen Schlacht. Von der Burg selbst ist nicht mehr viel übrig, doch der von den Türken auf einer Felseninsel errichtete Boúrtzi-Turm am Ende der Anlage ist ein Fest für die Augen. Über eine steinerne Brücke ist dieser schmucke Turm zu erforschen. Diese Anlage gehört sicher zu den Highlights dieser Reise.
Nach dieser Besichtigung wollten wir natürlich noch den restlichen Süd-Teil dieses Fingers erkunden und fuhren so der Küstenstrasse in Richtung Koroni. Ganz an den Zipfel zu fahren kann man sich ersparen, denn die restlichen 5 km Schotterstrasse enden im Niemandsland. Lediglich ein sehr kleiner Hof mit Schafen, Ziegen und Hühner sind zu sehen, nicht aber das erwünschte Meer. Die Strasse führt leider nicht bis dahin. Das nächste Ziel war Koroni, bzw. die Burganlage von diesem mit rund 2000 Einwohner zählendem kleinen Städtchen. Diese Festung mit einer sehr langen Geschichte vom 12. bis 19. Jhd., das von den Byzantiner an die Franken, den Türken, den Spaniern, den Russen und schliesslich den Franzosen immer wieder unfreiwillig mit Schlachten abgetreten wurde, ist jetzt eine Idylle des Friedens geworden. Innerhalb der Mauern sind nur noch wenige Bewohner geblieben und ein orthodoxes Kloster mitsamt dem Friedhof hat jetzt seinen festen Platz dort gefunden.
Die Reise führte uns an der Küstenstrasse nach Kalamata und ins Landesinnere, dem zentralen Gebirge weiter. Das grosse, lebhafte Dorf Dimitsána (600 Einwohner) auf und an einem lang gestreckten Felsvorsprung ist eines der ursprünglichsten Dörfer des Peloponnes. Mit ihren holprigen Gassen, alten Häusern und den paar kleinen Lädchen hat es seinen Charme der alten Zeiten behalten. In Dimitsána gibt es mehrere Pensionen, in denen mal nächtigen kann.
Nur wenige Kilometer nordöstlich von Dimitsána wussten wir von dem ebenfalls schönen Bergdorf Langadia mit ca. 3000 Einwohnern. Die Häuser aus Naturstein erbaut liegen an einem unglaublich steilen Berghang über mehrere Hundert Höhenmeter verstreut. Zentrum werden wohl die schmalen Aussichtsterrassen an der Hauptstrasse sein. Die liebevollen kleinen Lädchen mit handgeknüpften Teppichen, handgestrickte Tischdecken und alten Pfannen aus Grossmutters Zeiten lassen einem gerne im Städtchen verweilen.
Wieder die Hauptstrasse zurückgefahren erreichen wir nach kurzer Zeit Vitina. Das auf über 1000 Meter hohe gelegene Dorf besitzt ein Waldhotel der Sonderklasse (www.vitinahouse.gr). Mit viel Liebe wurden dort grosse Zimmer mit einigem Luxus errichtet, und macht einem das Übernachten sehr leicht und angenehm.
8. Tag (ca. 220 km)
Vitína - Akrokorinth - Athen
Auch diesen sehr schönen Ort und Hotelanlage verliessen wir nur ungern. Doch wir mussten unseren Flug erreichen, und wollten zuvor noch das auf der Hinfahrt verpasste Akrokorinth besuchen. Wir fuhren auf den direktesten Weg in Richtung Osten, und erreichten nach 1 ½ Stunden Akrokorinth. Auf dem hohen Berg links von der Autobahn sahen wir schon von weitem die schroff wirkende Burganlage thronen. Oben angekommen fiel uns der abgeflachte Berggipfel mit seiner Rund 575 m Länge auf. Aber nicht nur das phänomenale Panorama von der einen Seite Korinth bis auf der anderen Seite zum saronischem Golf ist sehenswert – auch die mittelalterliche Burganlage mit ihrer gut erhaltenen Burgmauer ist ein Augenschein wert. Nur die Häuser aus dieser Zeit hatten nicht überlebt und sucht man vergeblich. Vielleicht hatten die unzähligen Schlachten um diese Burg dies bewirkt, denn Byzantiner, Türken, Franken und Venezianer machten sich diese Gemäuer einst zu Eigen.
Am Fusse des Akrokorinth-Massivs liegt das antike Korinth. Es wird Stück für Stück freigelegt und die Arbeiten sind noch im vollen Gange. Zum jetzigen Zeitpunkt tüncht es uns, dass man noch nicht so viel von der einst 300‘000 Einwohnerstadt sieht, deren Blütezeit vor ca. 2000 Jahren gewesen ist. Dennoch ist es interessant sich auf den alten Grundmauern zu bewegen und sich vorzustellen, wie es einst ausgesehen mag.
Pünktlich um 14:30 Uhr fuhren wir unser Mietwagen zurück auf den Platz des Vermieters – ohne einer weiteren Delle oder Kratzer. Nur die dicke Staubschicht auf dem Lack zeugte noch von der schotterreichen Strasse im Süden….
Daten und Fakten zum Peloponnes:
Amtssprache: Griechisch Verwaltungssitz: Patras Fläche: 21.439 km² Einwohnerzahl: knapp über 1 Mio. Bevölkerungsdichte 46 Einwohner pro km² Bevölkerung: 65% leben in Dörfer, 35% in Städten Währung: Euro Zeitzone: UTC+2 OEZ UTC+3 OESZ (März - Oktober) |
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