www.WeWa.com

Tschechien Drucken E-Mail
Rundreise Tschechien (2008)Wappen Tschechiens 

 

 

Reisebericht Tschechien
(geschrieben von Werner Walti)
Dieser Reisebericht ist ist der Tschechische Teil einer Rundreise (Tschechien / Polen / Slowakei)

 

Stadtbrunnen in OlomoucTschechien hat durch seine Randgebirge eine topografisch klare Gliederung: es besteht aus mehreren Beckenlandschaften, die von Gebirgen umgeben und unterteilt werden. Deswegen sagt man zum Beispiel in Oberösterreich „ich fahre nach Tschechien hinein“ - und nicht hinüber.
An der Südwestgrenze Tschechiens liegt der Böhmerwald (Šumava, 1.000 bis 1.400 m), im Nordwesten das Erzgebirge (Krušné hory, Keilberg 1.244 m) und im Norden die Sudeten (Sudety), welche im Riesengebirge (Krkonoše) mit der Schneekoppe (tschech. Sněžka, auch Obří) 1.602 m erreichen. Südöstlich des Erzgebirges breitet sich zu beiden Seiten der Elbe (tschech. Labe) das Böhmische Mittelgebirge aus.
Böhmen und Mähren werden durch die niedrige Böhmisch-Mährische Höhe (600 bis 800 m) voneinander getrennt. Mähren hat im Osten Anteil am Karpatenvorland und im Süden am Wiener Becken. Seine Ostgrenze zur Slowakei bilden die Beskiden und Weissen Karpaten und die March, und nur die Südgrenze zu Niederösterreich bildet grossteils ein Fluss – die stark mäandrierende Thaya (Dyje).
Auf den Gipfeln vom Böhmerwald, Böhmischen Mittelgebirge, den Beskiden und dem ersten Ausläufer der Karpaten verläuft die Europäische Wasserscheide.
Die Beckenlandschaften sind sehr fruchtbar. So wird in Böhmen, vor allem im Saazer Becken, Hopfen angebaut (Böhmen ist eines der traditionellen Bierbrauerländer), in Mähren wird Wein angebaut.
Tschechien liegt in der gemässigten Temperaturzone der Erde. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 7,9 °C bei milden Wintern (Februar: 0,5 °C) und kühlen Sommern (Juni: 18,6 °C). Die Jahresniederschlagssumme beträgt 508 mm in Prag; ein relativ geringer Wert aufgrund der Lee-Lage östlich beziehungsweise südöstlich des Böhmerwalds, des Oberpfälzer Walds und des Erzgebirges. Alle zwölf Monate sind humid.

 

 

 

1. Tag (21.04.08) von Zürich nach Český Krumlov (Krumau) / 610 km
Tageshighlight: Böhmerwald Nationalpark / Český Krumlov

Tagestemperatur: min: 11Grad / max:17 Grad
Wetter: leicht bewölkt / regnerisch

Český KrumlovErst um 11 Uhr losgefahren waren die Rund 610 km nach Český Krumlov doch relativ schnell abgespult, obschon ich auf der deutschen Autobahn lediglich mit 120km/h unterwegs war. Doch aber alles der Reihe nach. Mich führte die A1 von Zürich nach St. Gallen und danach über das 3-Ländereck via A96 nach München. Die Umfahrung um München (A99) war diesmal ein Genuss und um die Nachmittagszeit nicht stark frequentiert. Selbst die A92 und ab Natternberg die A3 war vom Verkehr her kaum erwähnenswert. Doch die Reise begann für mich erst so richtig nach der Ortschaft Socking, bei der ich auch die Autobahn verlassen konnte. Schnell stieg die Strasse auf über 800MüM an, und der darauf folgende Böhmerwald Nationalpark lies mich nicht mehr aus dem Staunen kommen. Ich war echt froh, dass dies die kürzeste Route nach Tschechien bzw. nach Český Krumlov war, denn diese Strecke war nebst dem Zielort Český Krumlov mein heutiges Highlight. In Cerná v Posumaví, kurz nach der Seeüberquerung (Damm), hätte ich mich beinahe verfahren, wenn mich nicht das Navi auf den rechten Weg zurückgeführt hätte. Die Beschilderung ist etwas dürftig, und folgt man der Hauptstrasse (so denkt man), wäre man schon auf der falschen Strasse. Also, in der Dorfmitte links abbiegen.
Das Städtchen Český Krumlov erreicht, sieht man schon Eingangs hoch oben auf dem Berg das Schloss Rosenberg. Um diese Tageszeit (ab 18 Uhr) ist das Mittelalter in Český Krumlov (14 000 Ew.) mit Händen zu greifen. Wer sich diesem Kulturidyll nach Einbruch der Dunkelheit nähert und unter der Mantelbrücke hindurch die Stadt betritt, blickt gebannt die im Zwielicht surreal geäderten Felsen empor, aus denen organisch die Mauern des Rosenberger Schlosses wachsen. Windschiefe Häuser buckeln eng aneinander gedrängt, verwinkelte Gassen scheinen sich zwischen ihnen einen Weg bahnen zu wollen. Selbst bei leichtem Regen war es noch ein Genuss das Städtchen zu erobern.
In den unzähligen kleinen Restaurants findet jeder Gast etwas Einheimisches oder auch Westeuropäisches zu Essen. Dass Český Krumlov zu den schönsten Städten Tschechiens gehört, kann ich bestätigen.




2. Tag (22.04.08) von Český Krumlov (Krumau) nach Řevnice / 280 km
Tageshighlight: Schloss Hluboká
Tagestemperatur: min: 6 Grad / max:12 Grad
Wetter: leicht bewölkt / regnerisch

Schlossbrücke von Český KrumlovGut geschlafen in der Pension Margarita für 890 Kronen (sFr. 57.-) und nach einem guten Frühstück ging ich los den Rest des mittelalterlichen Städtchens zu entdecken. Dabei zieht es einem magisch immer wieder zu der mehrstöckigen Schlossbrücke und dem darunter liegenden Flüsschen, welches sich um das Städtchen windet. Traurigerweise befinden sich noch immer Braunbären im Schlossgraben, welche zu weit völlig überfettet ein erbärmliches Dasein fristen. Umdenken ist angesagt und ein artengerechtes Tierschutzgesetz notwendig.
Zurück beim Auto fuhr ich auf direktem Weg nord nordöstlich nach Ceské Budejovice oder im Deutschen wegen seiner bekannten Bierbrauerei besser als Budweis bekannt. Hluboká, 10 km nördlich von Budweis gelegen, ist die Ikone des romantischen Schlossbaus in Tschechien, sozusagen das „böhmische Neuschwanstein“. Vor allem in den Sommermonaten wird dieses auf felsiger Anhöhe gelegene Schloss förmlich von den Besuchern überrannt, was dann zu weniger erfreulichen Warteschlangen führt. Doch es lohnt sich allemal, da dieses barocke Schloss mit ihren reichlichen und kostbaren Ausstattungen sowie gut erhaltenen Mauern sehr viel zu bieten hat. Die einstündige Führung für 130 Kronen (sFr. 8.40) mit tschechischem Guide oder für 220 Kronen (sFr. 14.10) in anderen Sprachen führt zuerst in die Schlafgemächer der Fürstin Eleonore der Familie Schwarzenberg. Spätestens im Hamilton Kabinett fallen einem die wunderschönen Intarsienarbeiten an Wänden, Türen und Decken auf.Schloss Hluboká Der Morgensaloon, welcher vorwiegend als repräsentativen Raum verwendet wurde, befinden sich reich geschnitzte Täfelungen und Portraits der Mitglieder des Geschlechts. Der kreisförmige Leseraum mit seinen wertvollen Porzellantellern in den Wänden eingelassen und den Glasbildern von Familienwappen und vielen Marienbildern erinnerte mich eher an eine kleine Kapelle als an einen Leseraum. Selbst das kleine Speisezimmer war üppig mit Schnitzereien und mit einer Tapete des bekannten franz. Künstlers Collignon ausgestattet. Im Rauchersaloon befand sich das reich intarsierte Kabinett aus Ebenholz und Schildpatt. Ebenfalls stach einem die riesige geschnitzte Nussbaumdecke ins Auge. IM Speisesaal befanden sich seltene Teppiche aus dem 16 Jh., welche aus dem Anatolien stammten und die gewobene Eigenschaft eines Kelim hatten. Diese wurden mit 8 goldenen Leuchtern bestrahlt, welche an der schlichten Kassettendecke hingen. Die Bibliothek mit ihren Rund 12'000 Bändern über historische, philosophische, theologische, didaktische und naturwissenschaftliche Inhalte, gestützt zwischen schön verarbeiteten Nussbaumpfeilern, verblüffte jeden Besucher zusätzlich.
Nach einer kleinen Verpflegung im grossen Lebensmittelgeschäft am Eingang des Ortes fuhr ich Rund 127 km nordwestlich über diverse sehr hügelige Landstrassen nach Plzen, der Heimatort des Pilsen-Biers. Zehn Gehminuten von der Altstadt liegt die berühmte Brauerei Prazdroj (Pilsner Urquell) mit ihrem monumentalen Tor. Das Glück hatte mich aber etwas verlassen, denn obschon ich mich um 15 Uhr dort einfand, konnte ich mich keiner Führung durch die Brauerei mehr anschliessen. Sie wollten mich auf den nächsten Tag um 14 Uhr vertrösten. Dies hätte mich um einen ganzen Reisetag gebracht, weshalb ich mich entschloss, nur das 800m entfernte Biermuseum für 100 Kronen (sFr. 6.40) zu besuchen. Der Besuch war sicher nicht so interessant wie die der Brauerei, dafür erfuhr ich viel über die Geschichte des Biers, welche bis nach Mesobotanien zurückführte. Mit der im Preis inbegriffenen Biermarke konnte ich mich in der angrenzenden Bierstube mit einem Pilsen verwöhnen.

Plzenšký prazdroj (Pilsen-Brauerei)
Bei der Führung mit einer Bierverkostung erfahren Sie alles über das Bierbrauen. Tgl. 8-16 Uhr, Anmeldung: Tel. 377 06 28 88, www.pilsner-urquell.cz, U Prazdroje 7

So entschloss ich mich nach einem Stadtrundgang durch Pilsen mich auf den Weg in Richtung Karlštejn zu machen, und auf dem Weg dorthin eine Unterkunft zu suchen. Ich suchte gute 2 Stunden bis ich etwas fand. An einigen Pensionen wurde mit der Begründung „wir sind ausgebucht“ abgewiesen, obschon ich sehr freundlich fragte, kein einziges Auto vor dem Haus stand und es Nebensaison ist?!! Glücklicherweise fand ich dann doch noch in einer Pension und Steakhouse in Řevnice für 500 Kronen (sFr. 32.-) eine Unterkunft.



3. Tag (23.04.08) von Řevnice nach Telč / 227 km
Tageshighlight: Schloss Karlštejn / Kutná Hora / Telč
Tagestemperatur: min: 11 Grad / max:16 Grad
Wetter: sonnig mit leichten Wolken

Schloss KarlštejnVon Řevnice nach Karlštejn war es nur noch ein Katzensprung. Kurz nach der Ortschaft Mořina führte mich das Navi unverständlicherweise von der Strasse ab durch ein Waldweg. Hätte ich nicht gewusst, dass Karlštejn hinter diesem Wald liegt, hätte ich mein Jeep nicht durch dieses unwegsame Gelänge gejagt. Ohne 4x4 wäre da kein Durchkommen gewesen, wobei ich zugeben muss, dass ich dabei schon meinen Spass hatte J So kam ich direkt von oben beim Schloss aus dem Wald.
Über dem Winzerdorf Karlstein erhebt sich die Burganlage der Superlative: Das heutige nationale Kulturdenkmal (erbaut 1348-57) war als Schatzhaus für Kaiser Karl IV. konzipiert. Entsprechend prachtvoll geriet die Innenausstattung. Für 220.- Kronen (sFr. 14.10) erhielt ich Einlass. Gezeigt wurde das Schlafgemach Karls IV, in welchem sich die in unrestauriertem Zustand erhaltene Statue der hl. Katharina (1380) und den gotischen zusammenklappbaren Reisealtar befanden, und der Audienzsaal, der mit seiner gotischen Kassettendecke und hölzernen Wandvertäfelung als besterhaltene Raum der Burg gilt. Ebenfalls durfte man die Katharinenkapelle mit ihren kleinen Fresken und der Krone des Kaiser Karls bewundern. Um sich die Türen der Heiligkreuzkapelle (grosser Turm bzw. Tour II) mit den 19 Schlösser in den vier Türen öffnen zu lassen, benötigt es eine Voranmeldung.
Leider war auch hier zu meinem Leidwesen das Fotografieren in der Burg selbst verboten.

April-Sept. Di-So 9-17 Uhr, Okt.-März 9-15 Uhr, Voranmeldung für Teile der Besichtigung nötig, Tel. 274 00 81 54-56, www.hradkarlstejn.cz

Audienzraum in Kutná HoraWeiter ging die Fahrt auf direktem Weg nach Kutná Hora. Dies führte mich sehr nahe an Prag heran und wenn ich diese wunderschöne Stadt nicht schon vor 2 Jahren ausführlich besucht hätte, wäre sie bestimmt ganz oben auf meiner Destinationsliste gestanden! So quälte ich mich durch die Umfahrung von Prag, wobei die schweren Brummis mit Abstand den grössten Anteil zu dieser Misere beitragten.
Am frühen Nachmittag in Kutná Hora eingetroffen, schlenderte ich zuerst mal durch das hübsche Städtchen. Obschon sie heute gerade mal 21'000 Einwohner zählt, ist sie als ehemaliger Sitz der königlichen Münze gleich nach Prag die historisch und kunstgeschichtlich bedeutendste Stadt des Landes und deshalb auch auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes zu finden. Im Welscher Hof dreht sich alles vor allem um die Münze. So erfährt man auf dem geführten Rundgang für 80 Kronen (sFr. 5.10) alles über den Werdegang der Tschechischen Münze und kann sogar bei einer Prägung dabei sein. Ebenfalls erfährt man hier, dass ursprünglich der Groschen zum Taler wurde, und der US-Dollar den Ursprung hier in Tschechien zu finden ist. Aber auch der Audienzraum, in welchem heute noch Ratssitzungen gehalten und Hochzeiten gefeiert werden, ist auf jeden Fall einen Augenschein wert.
TelčDie ebenfalls sehr sehenswerte Barbarakirche war leider zum jetzigen Zeitpunkt eingerüstet und gab kein schönes Bild her. Doch im Inneren wird einem schnell klar, dass sie zu den ungewöhnlichsten gotischen Kirchen Europas zählt. Wer die Kunst des Steinmetzes liebt, ist mit dem „Steinernen Haus“ gut beraten.
Mein heutiges Ziel für die Übernachtung war Telč. Seine unregelmässige, an ein Trapez erinnernde Form und die einheitlichen Laubenhäuser verleihen dem ungewöhnlich grossen Marktplatz seinen unverwechselbaren Charm. Die meisten dieser nur 8 bis 10m breiten und 30m tiefen Gebäude entstanden im Zuge der Stadterneuerung unter Zacharias von Neuhaus in der zweiten Hälfte des 10 Jh.s, wobei viele ihrer basthellfarbenen Fassaden aus dem 17. und 18 Jh. stammen. Hinter dem Schoss befindet sich eine sehr schöne Parkanlage, die zum verweilen einlädt.
In der Pension Danuše, welche kurz nach der östlichen Toreinfahrt auf der linken Seite auftaucht, erhielt ich für 700 Kronen (sFr. 44.90) ein ganzes Appartement für mich alleine, da die Franzosen für welche es reserviert war eine Panne unterwegs hatten und so nicht rechtzeitig kommen konnten. Mein Glück. Der Hausherr spricht etwas Deutsch und ist sehr freundlich. Meine Empfehlung.

Tel./Fax.: +420 567 213 945
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Website: www.telc-etc.cz/cz/privat/danuse.html



4. Tag (24.04.08) von Telč nach Olomouc / 325 km
Tageshighlight: Moravský kras / Olomouc
Tagestemperatur: min: 12 Grad / max:17 Grad
Wetter: sonnig

Schloss LedniceNach einem feinen und auch grossen Frühstück für 70 Kronen (sFr. 4.50) verliess ich die Ortschaft Telč nur sehr ungern, da ich zum einen eine ausgezeichnete Pension hatte, und zum anderen es ein wirklich schönes Städtchen ist. Wieder zurück auf der Hauptstrasse Nr. 23 und danach die Nr. 38 war ich zügig in Vranov nad Dyjí und schon kurz bevor ich das Städtchen erreichte, sah ich das Schloss auf der gegenüberliegenden Bergkette thronen. Doch das grosse Eisentor blieb mir verschlossen. Ich war ein paar Tage zu früh, denn das Schloss ist erst ab Mai auch unter der Woche geöffnet (Öffnungszeiten: April + Oktober nur an Wochenenden von 9 – 16 Uhr und Mai – September jeden Tag von 9 – 17 Uhr ausser Montags). Nur das mit dem April stand leider nicht in meinem Reiseführer und so blieben mir nur ein paar Bilder von Aussen. Etwas enttäuscht fuhr ich Rund 127 km weiter zum Schloss Lednice wovon ich durch meinen Reiseführer wusste, dass das Schloss zwar noch geschlossen war, der Park aber die Sehenswürdigkeit sei. Beides wurde im Jahre 1996 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. Am Ziel angekommen musste ich diese Aussage untermauern – das Schloss ist aus gutem Grund eingerüstet und was ich durch die Fenster von aussen sehen konnte, haute mich auch nicht gerade vom Sockel. Nur für den Park alleine würde ich aber nicht nochmals dahin fahren. So verweilte ich im durchaus schmucken Park eine Zeitlange und machte mich zurück auf den Weg in Richtung Brno. Diese Stadt war aber nicht mein Ziel, sondern die Mährische Karst (Moravský kras) bei Blansko, welche Rund 30 km nördlich von Brno liegt. Der von Höhlen, Tälern und Schluchten durchzogene Karst ist für Naturliebhaber wie ich es bin ein Anziehungspunkt der besonderen Art. Für das Parking wurde meine Geldbörse um 50 Kronen (sFr. 3.20) erleichtert, und wer die rund 2,5 km vom Parkplatz bis zur Höhlen nicht zu Fuss gehen möchte, blättern nochmals 70 Kronen (sFr. 4.50) für die Eko-Train hin. Moravský krasDa die Zeit mit 15 Uhr schon wieder etwas fortgeschritten war, konnte ich für 100 Kronen (sFr. 6.40) lediglich die Punkva-Höhlen (Punkevní jeskyny) besuchen, welche unterirdisch bis zur Macocha-Schlucht führt. Die Punkva-Höhlen bilden ein rund 30 km langes, weit verzweigtes Labyrinth von Grotten und Gängen, welche die Besucher im zweiten Teil mit Booten besuchen können. In diesen Tropfsteinhöhlen findet man eine unendliche Anzahl Stalaktiten und Stalagmiten – eine unglaubliche unterirdische Zauberwelt. Doch den Tropfsteinhöhlen im Slowenischen Postojna können sie weder in der Grösse noch in der Schönheit das Wasser reichen. Diese bleiben die Nummer 1 in Europa.
Nun ging es auf Nebenstrassen bis nach Olomouc (101'000 Einw.), was mein letztes Ziel für diesen Tag war. Obschon keine Ferienzeit war, musste ich vier Hotels abklappern, bis ich endlich in einem heruntergekommenen 2* Hotel (oder besser Absteige) dafür aber mit günstigen 539 Kronen (sFr. 34.55) ein Zimmer erhielt.
Diese Stadt mit knapp 1000 jähriger Geschichte und mit fast 200 Baudenkmälern gibt jedem Besucher so einiges zu sehen. In dem Oberring, der auch der Mittelpunkt der unteren Altstadt ist, befindet sich die grösste Pestsäule Tschechiens (32 m hoch) mit 18 vergoldeten Kupferstatuen und fand somit auch die Eintragung in die Weltkulturerbeliste der UNESCO. Sie ist so gross, dass in seinem mächtigen Sockel sogar eine kleine Kapelle platz fand. Doch auch das Ratshaus aus dem 14. Jh. direkt neben der Pestsäule hat etwas Spezielles an sich: eine grosse astronomische Uhr mit goldunterlegten Mosaiken.



5. Tag (25.04.08) von Olomouc an die Grenze zu Polen / ca. 90 km
Tagestemperatur: min: 11 Grad / max:16 Grad
Wetter: sonnig bis leicht bewölkt

Grösste Pestsäule Tschechiens in OlomoucDie schöne Stadt Olomouc verlassen teilte ich bis zum nördlich gelegenen Bludov die Strassen mit viel Verkehr, und an ein zügiges Vorankommen war nicht zu denken. Das letzte Stück an die Polnische Grenze fuhr ich aber über eine kurvenreiche Strasse beinahe alleine. An der Grenze wechselte ich in einer der 3 Zollfreiverkaufsstellen meine restlichen Tschechischen Kronen in Polnische Zlotych, da die Ausfuhr von Kronen untersagt ist und ich nicht weiss, wann es mich wieder nach Tschechien verschlägt.

 

 

 

 

 

 



Fazit zu Tschechien:
Dieses Land als solches wird mir in sehr guter Erinnerung bleiben, da ich viel Schönes sehen und erleben durfte. Es hat nicht nur landschaftlich und historisch, sondern auch kulturell sehr viel zu bieten. Der Leser und Leserin möge mir verzeihen, dass ich den schönsten Ort Tschechiens, die Stadt Prag, nicht in meinem Reisebericht aufgeführt habe. Ich war vor 2 Jahren schon dort (siehe 23.04. in diesem Bericht) und deklarierte diese Stadt für mich als eine der Schönsten die ich je gesehen habe.
Die Menschen hier sind recht aufgeschlossen, hilfsbereit und entgegenkommend. Mit Deutsch und Englisch kann man sich ohne grosse Probleme durchschlagen. Ich fühlte mich auch nie unsicher oder gar bedroht. Auch hatte ich nie Angst um mein Auto das es gestohlen werden könnte, obschon es zur Mittelklasse gehört.

Zu den Strassen:
Sie sind recht gut beschildert und vor allem auf den Hauptstrassen sowie Autobahnen in gutem Zustand. Verlässt man aber diese Hauptachsen und will die Natur auf Nebenstrassen erforschen, kann es schon ab und zu recht holprig werden. Schlaglöcher wie ich es aus Rumänien kenne, findet man hier aber keineswegs.



Dieser Bericht endet hier für Tschechien, doch diese Reise geht mit Polen weiter (siehe Reisebericht Polen)

 

 
Daten und Fakten zu Tschechien: 

Amtssprache: Tschechisch

Hauptstadt: Prag

Staatsform: Parlamentarische Republik

Fläche: 78.864 km²

Einwohnerzahl: 10.403.100 (31. März 2008)

Bevölkerungsdichte 130 Einwohner pro km²

BIP: 175.309 Mio. US$ (2007)

Währung: Tschechische Krone (CZK)

Unabhängigkeit am 1. Januar 1993

Zeitzone CET (UTC+1)

Tschechien in Europa 
  
 

Umfrage

Soll China dem Tibet die Freiheit zurück geben (Chinas Rückzug aus Tibet)?