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Reisebericht Slowenien Slowenien? Da denkt man in erster Linie an Lipica. Dieser Ort ist untrennbar mit den Lipizzaner-Pferden verbunden, die in der Spanischen Hofreitschule in Wien ihre Kunststücke vollführen. 1. Tag (7. August 2007) von Zürich (Schweiz) nach Bled (Slowenien) / 671 km Tag zuvor wurden noch alle Utensilien und Gepäck ins Auto verstaut, damit ich am Morgen nur noch losfahren konnte. Doch mit Schrecken musste ich frühmorgens feststellen, dass ich bei meinem Smart Forfour den Retourgang nicht einlegen konnte. Nur mit vielen Überredungskünsten liess sich er sich dann doch noch dazu überreden! So beschloss ich anstatt gemütlich loszufahren notfallmässig meine MB-Garage aufzusuchen. Die teilten mir dann „erfreulicherweise“ mit, dass vermutlich die Kupplung hinüber sei, sie jetzt aber diese noch etwas nachstellen konnten, damit ich doch noch die Reise tätigen kann. Mal sehen ob sie hält??!!
Die Autobahn durch Salzburg und Kärnten ist hervorragend ausgebaut, hat aber immer wieder Baustellen, die zu Stau führen. Kurz nach der Passkontrolle der Slowenen erreicht man auch schon die Mautstelle für den Karawankentunnel. Mit € 6.50 Maut für die rund 7km Tunnel würde ich das schon als „Abzocke“ bezeichnen. Da aber keine Passstrasse über den Berg führt, haben sie damit eine Monopolstellung und können beinahe verlangen, was sie wollen. Der Tunnel ist nicht sonderlich gut beleuchtet und mit rund 35 Grad auch eine Backofen für Biker. In Bled angekommen suchte ich gleich nach einem Zimmer (angeschrieben mit „Sobe“) in einer Pension, was sich als sehr zeitraubendes Unterfangen herausstellte. Beinahe alle Zimmer sind von mehrheitlich Italiener und Deutschen ausgebucht. „Es ist Hochsaison“ musste ich mir sagen lassen, was aber von den Gastgebern stets sehr freundlich gesagt und mir mit grosser Hilfsbereitschaft für Vorschläge weiterer Pensionen immer weitergeholfen wurde. Zum Schluss fand ich ausserhalb von Bled in einem kleinen Dorf bei einer sehr netten Dame ein kleines und günstiges Zimmer (€ 15.- inkl. Frühstück). Zur Verständigung mit den Einheimischen; hier in der Region spricht beinahe jeder auch deutsch. Wie schon erwähnt ist die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit sehr herzerwärmend! 2. Tag (8. August 2007) von Bled nach Ljubljana / 218 km
Angekommen im Zentrum von Postojnska führt gleich die gut beschilderte Strasse (Postojnska Jama) zu den viel besichtigten Kalksteingrotten. Der Parkplatz von Postojnska Jama zeigte mir schnell auf, dass es sehr viele Leute haben musste. Unzählige Autos und Cars parkten darauf. Auch ich fand meinen Parkplatz für € 3.- An der Kasse fand ich heraus, dass ein Kombitickets für die Grotte und der nahe gelegenen Burg Luegg (Predjamski grad) günstiger als im Einzelkauf zu erhalten ist. Im Kombi bezahlt erhielt ich für € 23.- (1 € günstiger) die Tickets. Nach etwas mehr als 20 Minuten anstehen konnte ich dann auch schon den Mini-Zug besteigen, der in die Grotte fährt. Viele Schilder weisen darauf hin, dass das Filmen und Fotografieren in der Grotte untersagt ist, wobei sich niemand daran stört, wenn dieses trotz Verbot getan wird. Die rund 2 Km Fahrt durch die märchenhafte Grottenlandschaft ist ziemlich zügig und wegen dem Geholper nichts zum Knipsen. Nun also im Inneren des Höhlensystems angekommen wird man in die verschiedenen Sprachen wie Deutsch, Englisch, Französisch, Slowenisch und Italienisch aufgeteilt. Ein Grottenführer führen dann die Menschenmassen in der zuvor eingeteilten Sprache rund 1 Km zu Fuss durch das Höhlensystem. Da die Temperatur konstant 8 Grad misst, ist eine gute Jacke oder Pullover notwendig. Die natürlich entstandenen filigranen Tropfsteinskulpturen, welche durch gut angebrachte Scheinwerfer erhellt in ihren Farben von weiss bis dunkelbraun strahlen, verzauberten bisher jeden, der das gesehen hat. Viele standen einfach mit offenen Mäulern da und kamen nicht mehr aus dem Staunen heraus. Nachdem der erste Eindruck verdaut war, blitzten und piepsten dann auch schon die ersten Fotoapparate und Filmkameras.
Nach der Rückfahrt mit dem Mini-Elektrozug suchte ich mein Auto auf und fuhr auf derselben Strasse 9 km kurvenreich durch malerische Kulturlandschaft zur Burg Luegg (Predjamski grad). Wie ein Schwalbennest klebt die im 12. Jh. angefangene und erst im 16. Jh. fertig erbaute, gut erhaltene Burg (wurde ab 1990 renoviert) in der 123 m hohen Felswand. In der Mitte der Höhlenburg gibt es mehrere natürliche Zugänge zum Untergrund. Das Höhlensystem hinter der Burg ist etwa 140 m tief, welches aber nicht besichtigt werden kann bzw. wurde wegen damaligen Raubzügen und Überfällen zugemauert. Nach einem ausgiebigen Erkundungs- und Fototrip machte ich mich auf demselben Weg zurück nach Postojna. Via Autobahn (€ 1.-) gelangte ich schnell in das Herzen von Slowenien, Ljubljana. Im Zentrum fand ich eine gutes 3* Hotel mit dem treffenden Namen „Cityhotel“. Für € 78.- pro Nacht mit Frühstück erhielt ich ein Einzelzimmer. 3. Tag (9. August 2007) Ljubljana Nachdem ich etwas länger geschlafen habe, folgte ich nach dem Frühstück im Hotel dem Lockruf der Stadt. Kaum das Hotel verlassen, fallen mir die schönen Jugendstilfassaden und selbstverständlich die Franziskanerkirche im Zentrum der Stadt auf. Die im 11. Jh. erbaute Burg, welche ab 1335 im Besitz der Habsburger war, wurde sehr stark restauriert. Bei näherem Betrachten fallen einem die starken Grenzen zwischen altem und neuem Gestein sehr gut auf. Vor allem der innere Teil der Burg ist fast vollständig neu gestaltet worden, und man bekommt fast das Gefühl, dass es sich um eine „neue“ Burg handelt. In ihren vielen Räumen befinden sich viele Galerien mit modernen Gemälden und Kunstwerken der heutigen Zeit. Der Eintritt in die Burg ist kostenlos, jedoch wird für die Besichtigung des Burgturmes € 3.30 verlangt. Von dort oben hat man eine prächtige Aussicht über die ganze Stadt Ljubljana mit ihren rund 300'000 Einwohnern. Die Wände der kleinen Burgkapelle sind eher karg und farblos, doch hebt man seinen Blick zur Decke, wird man mit sehr schönen farbenfrohen Fresken bzw. Wappen in den Bann gezogen. Im Innenhof der Burg lädt bei einer schönen Burganlage mit viel grün ein gemütliches modernes Kaffee zur Erholung ein. Zurück in der Altstadt sollte man unbedingt einen kleinen Halt auf dem Marktplatz sich gönnen. Die vielen Früchte und Gemüse sind nicht nur für die Augen, sondern auch für die Nase ein „Schmaus“. Gleich neben dem Marktplatz befindet sich der im 18 Jh. errichtete barocke Dom St. Niklaus (Stolnica Sv. Nikolaj). Durch eine schwere, sehr schön geschmiedete Eisentüre, welche eine Geschichte darstellt, findet man Einlass zum Dom. Dieser prunkhaft ausgestattete Dom ist in einem ausgezeichneten Zustand und eine Augenweide für jeden, der gerne schöne Kirchen besucht. Über die „Dreibrücken“, welche zwischen 1929 - 31 errichtet wurde, befindet sich der Prešeren-Platz. Die anliegende Franziskanerkirche ist ebenfalls einen Besuch wert, da sie ebenso wie der Dom reichlich mit Prunk ausgestattet ist. 4. Tag (10. August 2007) von Ljubljana nach Sopron (Ungarn) / 624 km Ich wusste, heute verbrachte ich meine letzten Kilometer auf Slowenischem Boden. Was ich aber unbedingt noch sehen wollte, war das Kartäuserkloster in der Nähe von Ziče. So fuhr ich auf der A1 in Richtung Nordosten weiter bis zur Ausfahrt Sl. Konjice (Slovenske Konjice) (€ 1.55 / 1.30 / 1.30). Schon nach der Ausfahrt ist die Ortschaft Ziče beschildert, durch diese ich fahren musste. Von der Abfahrt der Autobahn bis zum Kartäuserkloster sind es ca. 12 Km. Die Strasse ist recht gut und teilweise ziemlich schmal. Wieder zurück in Ziče entscheide ich mich für die Landstrasse bis Maribor, was sich als eine gute Entscheidung erwies. So bekam ich auch noch etwas von diesem Teil des Nordostens von Slowenien mit, der vorwiegend mit Mais, Obst und Trauben (für den besten Wein Sloweniens) durch die Einheimischen bewirtschaftet wird. Um auf die A1 nach Österreich zu gelangen, muss man durch ganz Maribor fahren. Danach ist man innert Kürze und mit € 1.25 erleichtert in der Geldbörse an der Grenze zum nördlichen Nachbarland. An der Grenze drängeln sich im Zickzack-Fahren Tschechen, Österreicher, Deutsche, Ungaren und Slowenen vor, um eine schnellere Kolonne vor der Passkontrolle zu erhalten. Mit meinem Schweizer Nummernschild war ich wiederum ein „Exote“. Nun galt es nur noch die rund 214 Km österreichischen Boden zu überwinden, um die Ungarische Grenze zu erreichen.
Fazit zu Slowenien: Ich bin von der Schönheit des Landes, den Sehenswürdigkeiten und der Freundlichkeit der Einheimischen sehr angenehm überrascht. Die Strassen sind im Durchschnitt besser als bei uns im „Westen“ (vor allem die Autobahnen) und mit der Beschilderung findet jeder Reisende sein Ziel. Slowenien ist nicht mehr das Billigland von früher, da es sich seinem „Wert“ bewusst ist und auch dementsprechend seine Preise hat. Im Verhältnis ist es aber noch immer etwas günstiger als der „Westen“ oder gar der Norden Europas. Slowenien ist auf jeden Fall eine Reise wert!
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Aber sonst? Das Land ist kleiner als die Schweiz, sowohl in Bezug auf die Zahl der Einwohner als auch Punkto Ausdehnung. Zwei Millionen Menschen leben auf einer Fläche von etwas über 20'000 km2 in Slowenien, das (von Süden im Uhrzeigersinn) an, Kroatien, Italien, Österreich sowie an Ungarn grenzt. De Länge der zu Slowenien gehörenden Küste südlich von Triest beträgt etwa 50 Kilometer. Von den vier wichtigsten Flüssen Sloweniens entspringen zwei in den Julischen Alpen - die Soča (ital. Isonzo) und die Save (slow. Sava). Die zwei grössten Flüsse kommen hingegen von Österreich, nämlich die Drau (slow. Drava) und die Mur (slow. Mura). Während die Soča (im Unterlauf italienisch) zur Adria entwässert, fliessen die Save, die Drau und ihr Nebenfluss Mur nach Osten zur Donau (Mündung in Kroatien bzw. Serbien). Über die Hälfte der Staatsfläche ist von Wald bedeckt.
So fuhr ich von Zürich aus über St. Gallen via München nach Salzburg, und von dort in Richtung Kärnten bzw. Villach. Vor dem Tunnel, der Salzburg mit Kärnten verbindet, verursachte eine Baustelle oder Unfall einen kilometerlangen Stau. Diesen umfuhr ich über den Katschberg. Was ich natürlich nicht wusste war, dass diese Strasse eine unglaubliche lange Steigung von über 15% aufwies und mein Smart beinahe wieder rückwärts rollen wollte. Für Biker (mit Motor) wäre das natürlich ein Traum, da sie dort ihre PS voll auskitzeln können. Die Ausfahrt für den Katschberg wäre auf der Nordseite bei Unterweissburg/Höf/Stranach und auf der Südseite Mühlbach.
Nach einem herzhaften Frühstück und interessanten Gesprächen mit einem deutschen Pärchen (welches ebenfalls in dieser Pension nächtigte) über Politik, Wirtschaft und Unterschiede zwischen Deutschland und der Schweiz, verabschiedete ich mich von der sehr freundlichen Gastgeberin und zog dann wieder zurück ins Zentrum von Bled. Auf halbem Weg musste ich selbstverständlich die Burg von Bled (Blejski Grad) besichtigen. Mit € 6.- hat man dann auch schon Einlass erhalten. Die älteste Burg von Slowenien ist auf einem steilen Felsen direkt über dem See von Bled errichtet worden, und wurde erstmals im Jahre 1011 in der Geschichte erwähnt worden, als der deutsche Kaiser Heinrich II sie dem Brixener Bischof als Geschenk vermacht wurde. Die Burganlage ist zweiteilig, bestehend aus dem inneren Teil mit Wohntrakt und gotischer Burgkapelle, und aus einer romanischen Wehrmauer mit Wehrgang inkl. mächtigen Wehrturms. Alles ist in einem guten Zustand und erfreut jeden Burgfreund. Von dieser Burg aus hat man einen wunderbaren Blick auf Bled und auf die reizvolle Insel, auf der eine Kirche steht.
Nun hielt mich nichts mehr zurück und so fuhr ich über die gut ausgebaute Autobahn A2 für € 1.60 nahe an die Hauptstadt Ljubljana und danach weiter über die A1 in Richtung Süden nach Unec (nochmals € 1.60). Von dort aus nahm ich die Landstrasse nach Postojnska, welche durch sehr schöne Mischwälder führte. Diese Landstrasse kann ich allen Bikern empfehlen, da sie abgesehen von der reizenden Landschaft in gutem Zustand und mit vielen Kurven versehen ist. Auf halbem Weg kann man auch noch ein Grottensystem besichtigen, welche Strasse aber ungefestigt ist. Man muss aber kein Schotterkönig sein, um diese Strasse zu bewältigen.
Schon im 17. Jh. berichtete der Universalgelehrte Valvasor über den damals bekannten Teil der Höhle von Postojna, besonders aber über ihre Bewohner, die Grottenolme. Das in einer Gesamtlänge von 21 Km umfassende Höhlensystem entdeckte später ein Slowene, als er die Grotte 1818 für den Besuch des österreichschen Kaisers Franz I. schmückte.
Doch hoch über der Altstadt überragt der Burgberg, auf welchen ich mein Fokus gesetzt habe. Direkt gegenüber dem Marktplatz führt eine schmale Gasse (Studentovka oder so hiess die Gasse) neben einem gross beschilderten Restaurant zum steilen Aufstieg, welcher gut geschützt vor Sonne und leichtem Regen durch die Blätter der Bäume bis oben zur Burg führt. Für bequemere oder körperlich behinderte Menschen führt auf der Nordostseite des Berges eine schmale Strasse hinauf.
Tagsüber bei heissem Wetter und abends kann man sich in den unzähligen und feinen Restaurants links und rechts des Flusses „Ljubljanica“ entlang, beginnend ab den Dreibrücken, verwöhnen lassen. Diese Restaurantmeile dient ebenfalls den jungen Leuten als Treffpunkt, und so begegnen sich dort Einheimische und Touristen, als hätten sie sich mit Absicht getroffen. Dabei sind vor allem die Einheimischen in der Mode absolut im Trend und man kann sie von den Touristen daran gut unterscheiden.
Am Ende des Tales angelangt, erhebt sich auf der rechten Seite stolz die Ruinen des tausendjährigen Kartäuserklosters (Baubeginn war im Jahre1160), in denen Efeu, Farn und Löwenzahn die Mauerspalten um das Gerippe der romanischen Klosterkirche überwuchern. Ein grosser leerer Parkplatz erwartet mich vor dem Kloster und zeigt mir auch gleichzeitig, dass ich vermutlich der einzige „Gast“ hier bin. So hatte ich das ganze Kloster für mich und meine Kamera und liess die Eindrücke der vergangenen Zeiten auf mich wirken. Wer alte Mauern liebt und dazu noch gerne Details knipst, kommt hier auf jeden Fall auf die Kosten!