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Soja-Regenwald Drucken E-Mail

Abgebrannt, abgeholzt und platt gewalzt:

Waldstück um Waldstück fällt das Amazonasgebiet dem Soja-Anbau zum Opfer.

450000 Tonnen Soja benötigt die Schweiz pro Jahr. 80 Prozent davon wird zu Tierfutter.

Von den zahlreichen Schäden die wir unserem Ökosystem zufügen, treffen besonders viele das brasilianische Amazonasgebiet. Bereits 20 Prozent der ursprünglich 4,1 Millionen Quadratkilometer grossen «grünen Lunge» sind komplett verschwunden; und es besteht zurzeit wenig Hoffnung auf ein Ende der Entwaldungsaktionen. Allein im April 2008 fielen 1140 Quadratkilometer des Amazonas Regenwaldes der Rodung zum Opfer.
Die brasilianischen Landbesitzer sind zwar gesetzlich verpflichtet, mindestens 80 Prozent ihres Besitzes im Urzustand zu belassen. Dennoch wird der Tropenwald immer schneller zerstört. Jede Sekunde verschwindet im Amazonas ein Waldstück von der Fläche eines Fussballfeldes. Dafür gibt es vor allem drei Gründe: die Viehwirtschaft, den Tropenholzhandel und den Soja-Anbau. Dieser letzte Faktor ist besonders problematisch.
In Südamerika - vorwiegend in Argentinien, Paraguay und Brasilien - breitet sich diese Kulturpflanze rasch aus. Die Wachstumsrate beträgt jährlich zehn Prozent. Auf die Schweiz übertragen hiesse das, dass sich unser Land innerhalb von zweieinhalb Jahren in ein riesiges Sojafeld verwandeln würde.
90 Millionen Tonnen Soja wurden 2003 in Südamerika produziert, 2008 waren es bereits 100 Millionen. Für 2020 belaufen sich die Schätzungen gar auf 170 Millionen Tonnen. Die Anbaumenge wächst hier ziemlich rasant, während laut Experten die Sojaproduktion in den USA mit 70 Millionen Tonnen oder in China mit 20 Millionen relativ stabil bleiben dürfte. Es liegt auf der Hand: Ohne Gegensteuer wird das Amazonasgebiet die Rechnung für den SojaHype bezahlen müssen. Dabei gäbe es genügend Landfläche, die beispielsweise im Wechsel mit Weidebetrieb genutzt werden könnte.

Auszug von Coopzeitung
Nr. 25 vom 17. Juni 2008

 

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