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Was sind Filtervorsätze und ihre Wirkung

 

Was sind Filtervorsätze?

Das menschliche Auge ist die fast perfekteste "Linse" die es gibt im Gegensatz zur Fotokamera. Um auf Fotos das wiederzugeben was das menschliche Auge sieht, muss sehr oft mit Filtervorsätzen nachgeholfen werden. Filtervorsätze können aber  verschiedene Funktionen haben. Zum Einen dienen sie der Bildverbesserung die durch UV-Strahlen oder Dunst hervorgerufen wurden oder der Fotograf möchte einen speziellen Effekt auf dem Foto erzielen.

 

Der UV-Filter

Das UV-Sperrfilter, auch Dunst- oder Haze-Filter genannt, ist nicht nur ein hervorragender Universalfilter zur sichtbaren Verbesserung der Aufnahmen bei allen Filmsorten, sondern sollte auch stets als Schutz vor äusseren Einflüssen vor dem Objektiv bleiben. Es absorbiert bei der Aufnahme den kurzwelligen Anteil des störenden Streulichtes, so dass bei vorhandenem Dunst eine differenziertere Wiedergabe der Umgebung möglich ist. Die durch UV-Strahlung und deren starke Streuung hervorgerufenen Unschärfen, wie auch eine zu bläuliche Motivwiedergabe (Blaustich), bei Fernaufnahmen werden durch das farblose UV-Filter beseitigt bzw. neutral gedämpft. Eine Belichtungsverlängerung ist nicht vorzunehmen.

 

 

Der Grau-Filter

Neutral-Graufilter sind ein nützliches Hilfsmittel zur Lichtverminderung. Damit ermöglicht man z.B. geringe Schärfentiefen bei Sonnenschein, da dazu die Blende weit geöffnet werden muss. Oder man spart den Filmwechsel, wenn ein zu hochempfindlicher Film eingelegt ist. Ebenso sind Langzeitbelichtungen mit stärkerem Graufilter bei Sonnenlicht möglich. Bei Video-Aufnahmen wird eine Überstrahlung vermieden und damit eine natürliche Farbwiedergabe erzielt. Graufilter sind aus farbneutralem Schottglas gefertigt und somit bedenkenlos in der Farbfotografie einsetzbar. Zur Verfügung stehen drei Dichten, weitere können für technische und wissenschaftliche Anwendung auf Anfrage angefertigt werden. Die Lichtwertbezeichnungen werden unterschiedlich vorgenommen.

 

 

Der SkyLight – Filter

Die Anwendung von Konversionsfiltern steht im engen Zusammenhang mit den Begriffen subjektive/absolute Farbe, Farbtemperatur, Kelvin und Farbfilm. Das menschliche Auge passt sein Farbempfinden an verschiedene Lichtquellen an, was Weissabgleich genannt wird. Ein Blatt Papier erscheint als subjektive Farbe stets weiss, sowohl unter Glühlampen-, Neon- oder Tageslicht. Die absolute Farbe hängt jedoch von der Farbtemperatur der jeweiligen Lichtquelle und der Farbe des von ihr angestrahlten Körpers ab. In der Fotografie ist K (Kelvin) die Messeinheit der Farbtemperatur. Bei der Herstellung von Farbfilmen müssen die Emulsionen, entsprechend der Farbtemperatur der für die Film- oder fotografische Aufnahme eingesetzten Lichtquelle, sensibilisiert werden, um korrekte Farben wiederzugeben. Mit der Veränderung der Lichtintensität eines Tages ändert sich auch die Farbtemperatur. Mit Hilfe der richtigen Anwendung von Konversionsfiltern können Tageslichtfilme (ca. 5600 K) dem Kunstlicht und Kunstlichtfilme (ca. 3200 K) dem Tageslicht angepasst werden. KB-Filter erhöhen die Farbtemperatur, KR-Filter senken diese.

 

 

Polarisations-Filter (Polfilter)

Polarisationsfilter, kurz Polfilter genannt, sind farbneutral und erweitern die Aufnahmemöglichkeiten über Schwarz-Weiss hinaus auch in Farbe. Beim Farbfilm haben wir im Gegensatz zum Schwarz-Weiss-Foto keine Möglichkeit, die Kontraste oder Farbbrillanz mittels Farbfilter zu ändern. Man würde zwangsläufig auch die Farben beeinflussen.
Natürliches Licht breitet sich geradlinig in Wellenform in alle Richtungen aus. Reines Sonnenlicht ist polarisiert und besitzt eine hohe Farbreinheit. Beim Durchdringen der Atmosphäre wird ein Teil davon gestreut, was als blaugrauer Dunst alle Farben überlagert. Dieser Anteil lässt sich oft mit Polfiltern abschwächen bzw. verhindern. Fällt nun ausserdem Licht in einem flachen Winkel von ca. 35° auf eine spiegelnde Fläche, wie z.B. Wasser, Glas, Kunststoffe, Farben (mit Ausnahme von metallischen Oberflächen), wird das Licht reflektiert und polarisiert. Wird nun ein richtig orientiertes Polfilter eingesetzt, werden die Reflexe absorbiert, und die reinen Farben können auf den Film gelangen. Wasseroberflächen werden durchsichtig, der Blaustich durch die Himmelpolarisation wird gedämpft, die Farben werden weitaus kräftiger und satter.
Der Lichtverlust eines Polfilters beträgt je nach Löscheinstellung 1-1,5 Blendenwerte, der je nach Kameratyp von Hand oder automatisch berücksichtigt wird. Polfilter bestehen aus einer Folie, die zwischen zwei Planscheiben verkittet ist. Die Folie ist so aufgebaut, dass sie nur in einer Richtung schwingende Strahlen durchlässt. Dieses Scheiben-Set wird in einer drehbaren Fassung geliefert, dass problemlos die gewünschte Position und Wirkung eingestellt werden kann.
Bei Spiegelreflexkameras sieht man das Ergebnis im Sucher, bei Sucherkameras muss man das Polfilter vor dem Auge einstellen und dann mit Hilfe des Zahlenkranzes in dieselbe Position vor dem Objektiv bringen. Ist keine Wirkung sichtbar, so ist die Lichtlage nicht polarisierbar. Dann sollte von einem Einsatz abgesehen werden.
Bei Polfiltern gibt es im Prinzip zwei verschiedene Ausführungen, lineare und zirkulare Polfilter. Die Wirkung ist vergleichbar. Das Zirkulare wird benötigt, wenn bei Kamerasystemen mit Innenlichtmessung das Licht über Spiegel und Strahlenteiler geleitet und damit zum Teil polarisiert wird, wie z.B. bei allen AF-Kameras. Hier können bei linearen Filtern Fehlmessungen auftreten. Die Zirkular-Polfilter haben in ihrem Aufbau zusätzlich eine Verzögerungsfolie. Das polarisierte Licht wird in eine Rotation versetzt und kann so ungehindert die Messsysteme passieren.
Zirkular-Polfilter werden auch für Autofokusobjektive, wie sie etwa bei Videokameras sehr häufig vorkommen, empfohlen. Eine Überhitzung der Polfilter ist zu vermeiden!

 

 

Nah-Linsen

Nahlinsen werden für Objektive benötigt, deren Naheinstellgrenze in den Makrobereich erweitert werden soll. Diese Sammellinsen (plus) verkürzen bei gleichbleibender Einstellung die Brennweite. Sie werden in den gängigsten Einschraub-, Steck-, Einlege- und Bajonettgrössen geliefert. Nahlinsen können kombiniert werden. Damit keine Randunschärfen entstehen, sollte mindestens auf Blende 5,6 oder 8 abgeblendet werden. Eine Verlängerung der Belichtungszeit ist nicht notwendig.

 

 

Weichzeichner

Weichzeichner, nach dem DUTO-System gefertigt, sind optische Gläser, in die kreisrunde, prismatische Rillen geätzt sind. Durch die künstlichen Unschärfen entsteht bei offener Blende eine wirkungsvolle Weichzeichnung, mit der sich besonders ästhetische und künstlerische Aussagen erzielen lassen.

 

 

Nebel-Filter (Fogfilter)

Fog-Filter sind optisch präzise geschliffene Gläser mit gleichmässig mattierter Oberfläche. Mit ihnen werden die Konturen des Motivs leicht verschleiert wiedergegeben. Es entsteht ein so genannter Vaselinefettscheibeneffekt. Mit dem Nebelfilter lässt sich oftmals eine in Wirklichkeit nicht vorhandene Stimmung, z.B. eine künstlich erzeugte Nebel- oder Dunstatmosphäre vortäuschen. Die Details verschwimmen beim Vorsetzen des Filters und kommen im Bild nur noch schemenhaft zur Geltung, ähnlich wie bei einem tatsächlich vorhandenen Nebel. Dem Fotografen bieten sich romantische Möglichkeiten - bis hin zum sog. „Hamilton-Effekt“. (kein AF-Einsatz möglich!)

 

 

Prisma-Linsen

Mehrfachprismen sind linsenartige Vorsätze aus optischem Glas mit prismatischem Schliff. Je nach Art sind mehrere Prismenflächen unterschiedlicher Form und Zahl angeordnet. Sie zeigen das Motiv im Kamerasucher und auf dem Film in mehreren Teilbildern. Beim Gebrauch dieses besonderen Effektzubehörs ist neben viel Fantasie die richtige Motiv- und Objektivwahl mit Spiegelreflexkameras zu treffen. Zur Hervorhebung und Vervielfältigung eines Motivs sollte nach Möglichkeit ein ruhiger, einfarbiger Hintergrund gewählt werden. Ideal sind Standard-, Makro- und kurzbrennweitige Teleobjektive für das Kleinbildformat von f-50mm bis f-90mm, für das Mittelformat von f-75mm bis f-150 mm. Bei allen Mehrfachprismen ist die Bildwirkung stark abhängig vom Abbildungsmassstab, von der Brennweite und der Abblendung des Objektives. Eine Belichtungsverlängerung ist nicht vorzunehmen. Jedoch kann es bei Gegenlichtaufnahmen durch die Lichtbrechung der Prismen im Messsystem der Kamera zu Fehlbelichtungen kommen! (kein AF-Einsatz möglich!)

 

 

Stern-Filter

Sternfilter sind Planscheiben mit gitterförmig eingravierten Rillen. Sie ergeben bei Motiven mit direkten Lichtquellen sternförmige Abbildungen. Als Grundregel gilt: Gleich viele Lichter im Motiv ergeben die gleiche Anzahl Sterne. Je punktartiger das Licht und je dunkler der Hintergrund, desto schöner ist der Sterneffekt.
Besonders geeignet für einen Trickfiltervorsatz sind Punktlichter bei Nacht, Scheinwerferlicht im Gegenverkehr, Sonnenreflexe auf einer beweglichen Wasseroberfläche, sowie Spitzlichter nach einem Regenschauer, z.B. auf Gräsern und Lackteilen von Autos. Sternfilter haben keinen brennweitenverändernden Einfluss auf das Objektiv. Die besten Bildergebisse werden mit längeren Objektivbrennweiten, offener Blende und einem geringen Abstand des Filters von der Frontlinse der Kamera erreicht.

 

 

Spektral-Filter

Spektralcolor-Filter lassen punktförmige Lichtquellen und sonnenbeschienene, reflektierende Oberflächen in zauberhaften, fast unwirklich erscheinenden, regenbogenfarbigen Lichterkränzen erstrahlen. Millionen von mikroskopisch kleinen prismatischen Kristallen verursachen den verblüffenden Effekt des Spektralcolor-Filters. Das Auffinden des jeweils richtigen Motivs in Verbindung mit einem der drei Spektralcolorfilter versetzen den Betrachter solcher Aufnahmen in Erstaunen. Helle Lichtpunkte, im Gegenlicht aufgenommen, oder als Kontrast gegen einen dunklen Motivhintergrund gesetzt, ergeben mit Spektralcolor-Filter gute Bildresultate - genügend Fantasie und einiges Können vorausgesetzt.

 

 

Dual-Filter

Der Doppelbelichtungsvorsatz, auch als Dual-Filter bekannt, ist eine halbe, schwarze Planscheibe in einer Drehfassung mit Zahlenkranz. Die sonst üblichen Mehrfachbelichtungen erfahren mit dem Dualfilter eine neue Variante. Hierbei ist folgendes zu beachten: Die Kamera muss für Doppelbelichtungen ausgerüstet sein. Ein stabiles Stativ ist unerlässlich. Bei den zu erzielenden Doppelgängeraufnahmen muss es sich nicht unbedingt um Personen handeln. Zum Beispiel eignen sich Landschaften mit freiem Himmel zum Einbelichten von Sonne oder Mond vorzüglich als Motive. Nach Belichten der einen Bildhälfte wird der Vorsatz um 180° auf die entgegengesetzte Seite gedreht und die andere Bildhälfte belichtet. Aufnahmen dieser Art gelingen jedoch für jedes zur Anwendung kommende Objektiv nur mit einer ganz bestimmten Blende, die erst durch eine Testreihe ermittelt werden muss. Das beste Ergebnis einer Doppelbelichtung ist die Abbildung mit der geringsten Helligkeitsdifferenz in der Mitte. Problemlos ist die Anordnung von Personen für Doppelgängermotive vor einem dunklen Hintergrund. Eine Trennungslinie wird nicht in Erscheinung treten.

 

 

Verlauf-Filter

Die Farbverlauffilter sind in der Masse eingefärbt, aus Kunststoff und zeigen über einen Teil der gesamten Filteroberfläche hinweg einen gleichmässigen Farbdichteverlauf, wodurch sich das Bildfeld bei der Aufnahme in einen farblosen und farbigen Bereich mit fliessenden Übergängen teilen lässt. Durch Drehen der Fassung lässt sich der Farbteil entsprechend dem Motiv ausrichten. Die Verlauffilter können kombiniert oder gegeneinander verdreht werden, um besondere Effekte zu erreichen. Als effektvolles Gestaltungszubehör für ästhetische Farbverfremdungen und Kontraststeigerungen sind verschiedene Farben in drehbaren Fassungen oder in rechteckiger Form mit passenden Drehhaltern erhältlich. Je weiter man abblendet, je kürzer die Brennweite ist, desto schärfer wird der Übergang!

 

 

Sonnenblenden / Teleblenden

Elastik-Sonnenblenden sind faltbar und bestehen aus einer elastischen Spezialgummimischung (uv-lichtbeständig und temperaturunabhängig), die auf den Metallring unlösbar aufvulkanisiert sind. Das wichtigste Zubehör des Amateurs und Profis ist für Aufnahmen die Sonnenblende, auch Gegenlichtblende genannt. Die ungeschützte Frontlinse des Objektives ist sehr stark der Streuwirkung des Lichtes ausgesetzt, die meist für das Auge unsichtbar bleibt, jedoch einen kontrastmindernden Einfluss auf die Farbsättigung und Brillanz im Bild hat.
Eine Sonnenblende hingegen schützt nicht nur vor einfallendem Seiten- oder Gegenlicht, sondern auch vor auftretenden Lichtreflexen, sowie vor unerwünschtem Regen oder anderen negativen Einflüssen. Es ist darauf zu achten, dass der Gebrauch einer Gegenlichtblende stets der jeweiligen Brennweite des Objektives entspricht. Eine zu enge Sonnenblende wird z.B. immer bei Verwendung an Weitwinkel- und Varioobjektiven zu störenden Abschattungen an den Bildecken führen.

 

 

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