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3 Wochen Norwegen, Schweden und Finnland mit dem PW (2002)

 

 

Zahlen und Statistik

Reisebericht

Karten

Bildergalerie von den Lofoten

 

 

 

 

 

Zahlen/Statistiken zur Reise:

Fahrkilometer gemäss Tacho 7248 Km
Fahrkilometer gemäss GPS 6765.5 Km
Zeit in Fahrt 94:16:45
Geschwindigkeit im Schnitt 65.2 Km/h
Max. Geschwindigkeit 116.1 Km/h
Durchschnittl. Dieselverbrauch 7,65 L/100 Km
*Strassengebühren in Norwegen CHF 151.-/ca. Euro 100.-
*Fährkosten innerhalb von Norwegen CHF 160.-/ca. Euro 107.-
(*=Basis 1 PW bis 6 m Länge inkl. 2 Erwachsene)

Durchschnittl. Übernachtungskosten (pro Nacht/2 Pers.):
Deutschland Euro 67.-/ca. CHF 100.- (Hotel)
Norwegen NOK 332,45/ca. CHF 67.-/ca. Euro 44.- (vorwiegend Hütte)
Schweden SEK 701,25/ca. CHF 112.-/ca. Euro 75.- (Hütte/Hotel)
Finnland Euro 45.-/ca. CHF 67.- (Hütte/Zelt/Hotel)

Durchschnittl.Tagestemperaturen (die längsten Tageswerte) zwischen 9 u.19 Uhr:
Hamburg 16,5° C
Norwegen 9,7° C
Schweden 11,6° C
Finnland 12,9 °C

Fotoausrüstung:
Minolta Dimage 7i mit 1GB Mikrodrive, 3 Sätze 1800mA aufladbare Batterien
(alle diese Bilder wurden mit dieser Kamera geschossen)

 

Vor der Reise – frühzeitige Buchung empfohlen!

Bereits 5 Monate vor Abreise haben wir die Haupt-Fährverbindungen „Kiel-Oslo“ (Euro 464.-: www.colorline.com) und „Göteborg-Kiel“ (Euro 332.-: www.stenaline.de) sowie den Autozug „Lörrach-Hamburg-Lörrach“ (Euro 672.-: www.dbautozug.de) „online“ reserviert. Denn es heisst, dass diese früh ausgebucht seien. Alle drei Buchungen wurden zuverlässig, unkompliziert und ohne eine einzige Rücksprache ausgeführt. Die Tickets haben wir nach fristgerechter Einzahlung per Post zugestellt bekommen. (Alle Fährpreise gelten für 2 Erwachsene mit Aussenkabine Standard + 1 PW bis 6 m Länge, 190 cm Höhe).

 

 

Die erholsamste Art anzureisen – mit dem Autozug durch Deutschland:

1. Tag/Donnerstag, 13.6.2002 Oetwil a.d.L. (CH)-Lörrach (D) (Km 78)

Wetter: Sommer, Sonne bei rund 26°C

Unser gut 2 Tonnen schwerer Fahruntersatz ist ein Mitsubishi Pajero 2.8 Turbodiesel (Jg. 98) mit 5-Gang-Schaltung, 3-türig, bestückt mit Strassen-Ganzjahresreifen (Bridgestone D689 Dueler 265/70/R15). Als wir losfahren, hat er 24'400 Km.
Die Autoverladstelle Lörrach ist nur 1,5 Std. von unserem Wohnort entfernt. Der Verlad verläuft zügig, auf die Motorräder folgen unten die niedrigeren PW’s, oben kommen die höheren Fahrzeuge. Der Zug verlässt pünktlich um 20.30 Uhr den Bahnhof in Richtung Hamburg.

 

 

Das Meer ist über 100 Km von Hamburg entfernt – erste Eindrücke:

2. Tag/Freitag, 14.6.2002: Hamburg-Molfsee (Km 88)

Wetter: wechselhaft, windig, 14-19°C

Das Rathaus, politische Hochburg Hamburgs Obwohl die Fahrt holprig und quietschend verläuft, sind wir ausgeruht, als uns der Zugbegleiter zur vereinbarten Zeit, um 7 Uhr weckt und uns das Frühstück ans Bett serviert. Im Abteil gibt es keine Dusche aber immerhin ein aufklappbares Lavabo fürs Zähneputzen. Der Zug kommt um 8.30 Uhr in Hamburg-Altona an.solarbetriebenes Panoramaschiff auf der Alster
Wir fahren einfach mal ins Stadtzentrum und lassen unser Fahrzeug in einem der zahlreichen Parkhäuser stehen (4 Std.= Euro 8.-!). Zu Fuss passieren wir Rathaus und Jungfernstieg. Unterwegs kaufen wir in einem Buchladen einen Stadtführer, denn Hamburg (1.7 Mio. Einw.) ist immerhin die zweitgrösste Stadt Deutschlands und liegt nicht an der Nordsee, wie oft gemeint wird. Sie erweist sich als sehr sehenswert. Da es später Nachmittag geworden ist, entschliessen wir uns, die Hansestadt nach unserer Rückkehr aus Skandinavien genauer anzusehen. Etwa 80 Km nördlich von Hamburg und 11 Km vor Kiel verlassen wir die Autobahn (A7) und übernachten in Molfsee, in einem gepflegten 2-Stern-Hotel „http://www.catharinenberg.de/“ (Euro 67.-/DZ inkl. Frühstück).

 

 

20,5 Stunden auf der norwegischen „Color Line“ – Fährüberfahrt Kiel-Oslo:

3. Tag/Samstag, 15.6.2002: Molfsee-Kiel (Km 7)

Wetter: bei 20°C wechselhaft, grau

Norwegenkai in KielIn Kiel tanken wir zuallererst, denn der Diesel ist hier mit Euro 0,84/L erheblich günstiger als in Norwegen (im Schnitt Euro 1,10/L). Die Beschilderung „Centrum/Fähren/Norwegenkai“ führt zum modernen Hafenkomplex. Bei der sog. „Autobox“, ein Tickethäuschen, holen wir unsere Boarding-Karten ab. Es hat bereits jetzt, vor der Hauptreisezeit, lange Autokolonnen. Kurz bevor wir in die grosse Fähre hineinfahren, überrascht uns ein heftiger Platzregen. Mit einem der zahlreichen Lifte begeben sich die Passagiere in die gebuchten Kabinen. Insgesamt gibt es 8 Stockwerke.Lift in der Color Line Fähre Die Fähre legt um 14.30 Uhr mit einer halben Stunde Verspätung ab.Brückenunterquerung in Dänemark Wer sich jetzt mit einem Riesenappetit in einem der drei Restaurants begibt, muss tief in die Tasche greifen. Das Preisniveau (Bezahlung in NOK, Norwegische Kronen) ist „norwegisch“ und das sagt eigentlich schon alles (Kuchen, Euro 3,20 /Glas Mineral, Euro 2,65). Dies dürfte die Passagiere zwar kaum berühren, denn die meisten von ihnen sind im Rentenalter und scheinen, zumindest rein optisch, gut gepolstert zu sein. Das Durchschnittsalter an Bord beträgt gut 55 Jahre, wir sind mit 31/34 Jahren eher die Ausnahme. Highlight dieser Überfahrt ist die Unterquerung einer imposanten Verbindungsbrücke in Dänemark.

 

 

Von der sonnenreichsten Stadt Skandinaviens zum mückenreichsten Nationalpark Norwegens:

4. Tag/Sonntag, 16.6.2002 Oslo-Fagerheim (Hardangervidda Nationalpark) (Km 305)

Wetter: max. 24°, min. 6°, meist sonnig

Ankunftshafen in OsloWegen starker Gegenströmung kommt die Fähre erst mit einer Stunde Verspätung, um 10.30 Uhr im Hafen von Oslo an. Die letzten 3 Fahrstunden im schmalen Kanal sind landschaftlich sehr reizvoll. Das schöne Wetter bei 22-24°C unterstreicht geradezu die Statistik, dass Oslo die sonnenreichste Stadt Skandinaviens sei. Unvermutet neugierig finden wir dagegen im einzigen Nicht-EU-Land Skandinaviens die Fragen des Zollbeamten. Wie unsere Städte an Sonntagen, wirkt auch Oslo wie ausgestorben, dafür gibt’s keine Verkehrsprobleme. Im „Norges Informasjonssenter“ besorgen wir uns ergänzende Broschüren über die einzelnen Landesteile. Von hier kann man eine geführte Stadtbesichtigung (2- oder 3-stündige) mit dem Bus machen (NOK 170-240). Wir besuchen jedoch nur die hoch über der Stadt gelegene und viel besuchte Skisprungschanze „Holmenkollen„.Holmenkollen Skisprungschanze in Oslo Die „riesigen“ Villen in der Umgebung deuten darauf hin, dass sich hier die reichen Bewohner Oslos niederlassen. Dies mag sicher auch an der wunderschönen Weitsicht, die man von hier hat, liegen. In einem Gasthof unterhalb der Sprungschanze genehmigen wir uns ein Stück Kuchen für sage und schreibe Euro 5.50. In Norwegen wird man übrigens nur in ganz teuren Lokalen bedient, sonst gilt Selbstbedienung. Wir verlassen Oslo über kurvenreiche Strassen (E16 und 7) und fahren via Honefoss, Noresund, Gol, Geilo bis in den rauen, felsigen und über 1000 m hoch gelegenen Hardangervidda Nationalpark hinein.Unterwegs im Hardangervidda Nationalpark Bis hierher besteht die Landschaft vorwiegend aus Nadelholzwäldern und ein paar Seen und Flüssen. In Fagerheim (ca. 1210 m), gelegen zwischen zwei Berg-Seen, worauf es immer noch Eisschollen hat, übernachten wir für NOK 125.- (p.P.) in einem gut gekühlten (11,4°C) Massenlagerzimmer. Es ist eine wunderschöne wilde Gegend und wie in unserem Reiseführer erwähnt, ein Reich der Stechmücken. Sie sind aussergewöhnlich schwarz und selbst bei tiefen Temperaturen (6°C) aktiv. Zum ersten Mal erleben wir hier die Auswirkungen der Mitternachtssonne. Um die Mitternachtszeit stellen wir nur eine leichte Dämmerung fest.

Fagerheim, Hardangervidda NationalparkFazit: Oslo ist eine durchschnittliche europäische Stadt. Sie könnte besser beschildert sein. Norwegen ist überdurchschnittlich teuer, sogar teurer als die Schweiz. Der Mehrwertsteuersatz beträgt 24%. Kulinarisch liegt das Schwergewicht bei Fisch- (auch Walfleisch) und Fleischgerichten (auch Elch- u. Rentierfleisch). Vom  Essverhalten her, kann man Norwegen aber als „Fast-Food“-Land bezeichnen. Vegetarier (wir), haben es dagegen sehr schwer. Es gibt nicht mal Käsesandwiches ohne Fleisch und auch keine Pasta ohne Fleischsauce. Da bleibt leider nur die Selbstversorgungsvariante (selber einkaufen, kochen) und wir kochen beide nicht besonders gerne.

 

 

Norwegen pur - die regenreichste Stadt Europas, dazwischen Wasserfälle, die zwei längsten Fjorde und erste Strassengebühren:

5. Tag/Montag, 17.6.2002 Fagerheim-Bergen-Fagernes (Km 350)

Wetter: min. 6°, max. 15°, meist Regen

Voringfossen-WasserfallBis zum Fährhafen Brimnes geht es weiterhin kurvig auf der Strasse 7. Kurz nach Fossli besuchen wir den fünfttiefsten Wasserfall (182 m) Norwegens, den „Voringfossen“. Durch etliche Tunnels und am „Eidfjord“ vorbei, bringt uns die Fähre von Brimnes nach Bruravik (10 Min./NOK 61.-).Leblose Souvenirs Die Strecke führt bis kurz vor Bergen am  zweitlängsten Fjord Norwegens, dem türkisblauen bis moosgrünen  „Hardangerfjord“ entlang. Sie ist enorm kurvenreich, teilweise sehr schmal und hat viele Höhendifferenzen, weshalb sie auch zeitintensiv ist. In Norheimsund besichtigen wir einen kleineren Wasserfall, den „Steinsdalsfossen“. Via Nesttun gelangen wir in die zweitgrösste Stadt Norwegens (220'000 Einw.) und regenreichste Europas und müssen dafür auch noch „Maut“ (NOK 10.-) zahlen. Gegenüber dem Hafenplatz von Bergen, der gerade von Fisch- und Gemüseständen belegt ist, befindet sich das Info-Center. Wir erkundigen uns über die Übernachtungsmöglichkeiten. Im Schnitt kostet ein Doppelzimmer im 2-3-Sternhotel Euro 165.-. Zu Fuss und wie es sich gehört, bei Wind und Regen, besichtigen wir die urigen Holzhäuser von Bryggen (UNESCO-Weltkulturerbe), ein ehemaliges Stadtviertel deutscher Kaufleute und den schmucken Hafen.Am Hafen von Bergen Bevor wir die alte Hansestadt verlassen, essen wir bei Pepe’s, einer landesweite Kette, die vermutlich grösste Pizza der Welt. Pizza „large“ macht eine Familie satt, wir schaffen es zu zweit. Es geht weiter auf der E39 in Richtung Salhus.Fagernes-Bucht Die Brückenüberfahrt Salhus-Knarvik „Nordhordlandsbrua“ kostet NOK 45.- Maut. Entlang der „Osterfjorden“ über Vikanes bis Oppedal tauchen immer wieder schöne Seen- und Flusslandschaften auf. Von Oppedal nach Larvik nehmen wir die halbstündlich verkehrende Fähre (NOK 97.-/PW+Fahrer). In Fagernes, auf einem Campingplatz am Sognefjord, dem längsten (204 Km) Fjord Norwegens, übernachten wir zum ersten Mal in einer sog. „Hytte“ (NOK 500.-/inkl. Dusche).

Fazit: Die vielen Tunnels aber auch die Mautstopps können zermürbend wirken. Unterwegs haben wir erstaunlich viele Lkw’s gesehen. Die meisten waren zu schnell unterwegs und haben oft Kurven geschnitten. Abgesehen davon, war es einmal mehr verkehrsarm.

 

 

Der Fjord aller Fjorde – er soll der Schönste sein:

6. Tag/Dienstag, 18.6.2002 Fagernes-Geiranger (Km 292)

Wetter: min. 8°, max. 13°, bewölkt, windig

Gletscherzunge von BriksdalBis „Byrkjelo“ auf der E39, biegen wir in die Strasse 60 ein. Bei „Olden“ verfahren wir uns. Statt Richtung Stryn zu fahren, nehmen wir die Sackstrasse Richtung Briksdal, wo die Strasse aufhört. Obwohl wir unterwegs kaum Fahrzeugen begegnen, ist der Platz am Fusse des grossen Briksdal-Gletschers voll mit Touristen, Reisecars und Privatfahrzeugen.Der Geirangerfjord Dieser Massenandrang spricht für die Beliebtheit dieses Ausflugsziels. Aber Gletscher haben wir auch in der Schweiz und der 40 Km-Abstecher lohnt sich daher nur für die, die noch keine gesehen haben. Wir müssen wieder 20 km zurück nach Olden fahren. Via Stryn, nach unzähligen Kurven und drei sehr langen Tunnels auf der Str. 15, erreichen wir am späteren Nachmittag den berühmtesten Fjord, der auf manchem Reiseführer abgebildet ist, den „Geiranger“. An der Fjordbucht befindet sich der Geiranger Campingplatz. Da stellen wir zum ersten Mal unser Zelt auf (NOK 112.-/Zeltplatz).Hier wird etwas ausgebrütet! Vor uns haben wir das beeindruckende Bild von 3 riesigen Kreuzfahrtschiffen, die ihre Passagiere mittels Kleinbooten an Land bringen müssen, weil die Schiffe zu gross sind, um am Hafen anlegen zu können. Um uns herum ragen über 800 m steil emporragende Berge hoch und wollen die Bucht einengen, dies scheint zumindest so.Der Geirangerfjord Zu guter Letzt lernen wir ein sympathisches Schweizer Ehepaar um die 50 kennen. Aus ihrem bequem eingerichteten Wohnmobil, zaubern sie eine Flasche Rotwein hervor, so tauschen wir bei 16°C und Sonnenschein Reiseerlebnisse aus, fachsimpeln über Wohnmobile und geniessen den nie dunkelnden Abend.

Fazit: Geiranger und Ausflüge in die Umgebung (u.a. Wasserfälle „sieben Schwestern“) sind trotz touristischem Grossandrang ein absolutes Muss.

 

 

Atemberaubende Ausweichmanöver, wunderschöne Aussichten, Souvenirs (gibt es hässlichere?) und die berühmte Atlantikstrasse:

 7. Tag/Mittwoch, 19. 6. 2002 Geiranger-Viggja (Km 387)

Wetter: min. 9°, max. 16°, Regen mit einzelnen Aufhellungen

Aussicht vom Trollstigen-PassDie Nacht im Zelt war zu kalt. Nach dem selbst gebastelten Frühstück, verlassen wir gegen 11 Uhr mit grösserem Schlafdefizit den gut ausgerüsteten Campingplatz in Richtung Trollstigen-Pass (R63). Schon jetzt ist die entfernte Zickzack-Strasse erkennbar. Die scharfen Kurven sind nur einspurig befahrbar, wenn ein Bus oder Wohnmobil entgegenkommt. Zwischen Geiranger und Trollstigen führt uns eine 15-minütige Fähre von Eidsdal nach Linge (NOK 61.-). Ortsansässige Bauern verkaufen am Strassenrand frisch geerntete Erdbeeren.Traditionelles Haus mit Grasdach Angelangt auf dem Trollstigen (ca. 700 m), muss man etwa 5 Min. zu Fuss zum Aussichtspunkt gehen, damit sich die berühmte Postkartenlandschaft präsentieren kann. Es regnet bei 9°C in Strömen, doch als die Sonne plötzlich wie aus dem Nichts auftaucht, zaubert sie für wenige Sekunden einen Regenbogen herbei. In den zahlreichen kleinen Souvenirshops sind selbstverständlich die sagenhaften „Troll-Figuren“ in allen möglichen Stellungen und Variationen erhältlich. Trolle sind Fabelwesen (wie bei uns die Zwerge), haben nur vier Finger und Zehen und nicht zuletzt, sie sind das hässlichste Souvenir, das man eigentlich kaufen kann. Steil (8-10%) geht es bergab nach Andalsnes und weiter bis zum Fährhafen Afarnes.Die Atlantikstrasse Wir setzen nach Solsnes rüber (NOK 66.-). Bevor wir bei Skala den unterfjordischen Tunnel (Maut NOK 75.-) nach Molde benützen, fahren wir über eine lange schöne Hängebrücke. Zur berühmten Atlantikstrasse gelangen wir auf der Str. R64. Schwungvolle Brücken führen von Eide über dem Atlantischen Ozean auf die Insel Averoya. Eine wildromantische Küstenlandschaft unterstreicht diese lohnenswerte Fahrt. In Bremsnes setzten wir mit der Fähre nach Kristiansund (NOK 71.-) rüber. Auf der Str. 70 Richtung Aspa müssen wir bei Kirifast erneut durch einen mautpflichtigen unterirdischen Tunnel (NOK 85.-) und gelangen auf die Str. E39. Zwischen Kanestraum und Halsa ist wieder eine Fährüberfahrt angesagt (NOK 77.-). In Viggja, südlich von Trondheim, nehmen wir uns auf einem Campingplatz, schön am Orkdalfjord gelegen, eine warme kleine Hütte (NOK 280.-/ohne Dusche/WC).

Fazit: Den Trollstigen muss man fahren. Auch die Atlantikstrasse ist ein Muss, allerdings ist die Fahrt dorthin wegen den zahlreichen Fährüberfahrten und kostenpflichtigen Strassen sehr kostspielig. Landschaftlich können wir zwischen Kristiansund und Viggja ausser viel Wald, Wiese, Flüssen und Seen nichts hervorheben. Und es gibt sie doch! Wir sahen bei unserer ersten Elchbegegnung eine Elch-Mutter mit zwei kleinen dunkelbraunen Kälbern am Waldrand. Ein kurzes Fotoshooting und schon waren die scheuen Tiere verschwunden.

 

 

Die Nordkap-Transitroute E6 – auf den Spuren norwegischer Rentner und Bauern:

8. Tag/Donnerstag, 20.6.2002 Viggja-Storforshei (19 Km südlich vom Polarkreis) (Km 592)

Wetter: min. 8°, max. 14°, teilw. sonnig, ab 14 Uhr Regenschauer ohne Ende

Bei Klett verlassen wir die Strasse E39 und gelangen südlich von Trondheim auf die berühmtberüchtigte E6. Rund um Trondheim gibt es innert weniger Kilometer drei Mautstellen à NOK 15.-, 25.- und 10.-, worüber wir uns sehr ärgern. Es ist auch nicht erklärbar, weshalb wir Maut für eine Stadt bezahlen müssen, die wir umfahren. Bis Steinkjer herrscht vor Allem Lokalverkehr, Touristen sehen wir praktisch keine. Ist das wirklich die E6? Traktoren und vorwiegend ältere Fahrer am Steuer zwingen uns immer wieder abzubremsen, obwohl die Fahrgeschwindigkeit bereits auf 50-70km/h reduziert ist. In Norwegen gibt es aber eine Menge Geschwindigkeitskontrollen, so dass wir uns zusammenreissen. Zu alldem ähnelt die Landschaft der landwirtschaftlichen Seite der Schweiz, was uns langweilt. In Steinkjer kehren wir, wie viele andere Touristen auch, im grossen „Globus“-Einkaufszentrum ein, das sich direkt an der E6 befindet. Darin befindet sich sogar ein Reformladen, wo wir uns regelrecht mit pflanzlichen Fertigprodukten eindecken (Brotaufstrich, Soja-Getränke u.ä.). Denn auch im „Mc Donald’s“ kriegen wir kein Vegi-Food, was uns schon stutzig macht. Is(s)t die Jugend hier ausschliesslich tierisch?
Die E6 zeigt sich ab Steinkjer unerwartet verkehrs- und siedlungsarm. Es ist absolut traumhaft zum Fahren, obwohl uns der Dauerregen begleitet. Vor der kleinen Ortschaft Osen, die einen wunderschön gelegenen Campingplatz hat, überquert vor uns plötzlich ein Elch mit 2 Kälbern die Strasse (unsere zweite und letzte Elch-Begegnung). Besonders schön finden wir die Landschaft um den Korgenpass. So gegen 21 Uhr erreichen wir, ohne eine Verpflegungspause gemacht zu haben, den „Krokstrand Camping“ und lassen uns in einer grossen Hütte nieder (NOK 330.-). Nach einem improvisierten kalten Mahl, nehmen wir im nahe gelegenen Restaurant ein starkes „öl“ (Bier) und sind froh, bei diesem kalten und nassen Wetter, mit dem PW unterwegs zu sein.

Fazit: Die E6 entpuppt sich zu unserer Überraschung als Wald- und Wiesenstrasse und verdient in keiner Weise die Bezeichnung Hauptstrasse oder Transitroute. Der Strassenbelag ist zudem vorwiegend in schlechtem Zustand (Fahrrinnen, Schlaglöcher). Ein Nachwort zu den Bussen: wer nur schneller als 5 km/h fährt, bezahlt NOK 400.- (Euro 54.-). Jede weitere 5 km/h zuviel kosten zusätzliche NOK 400.-. Überholen im Überholverbot macht Euro 235.-. 80 km/h Höchstgeschwindigkeit auf geraden verkehrsarmen Hauptstrassen ist eigentlich die reinste Provokation. Und wenn sich nur 1 Haus in Strassennähe befindet, muss man auf 60 Km/h runter.

 

 

Nördlich des Polarkreises…befindet sich eine der schönsten Insel-Gruppe der Welt:

9. Tag/Freitag, 21. 6. 2002 Storforshei-Kabelvag (Km 315)

Wetter: min. 5°, max. 14°, bis 14.30 Uhr zuerst Dauerregen, dann sonnig

Das PolarkreiszentrumGegen 9 Uhr verlassen wir bei 8°C und noch andauerndem Regen unsere am reissenden Fluss gelegene Hütte. Bereits nach 19 Km erreichen wir das Polarkreiszentrum (66’33’). Ab diesem Breitengrad geht die Sonne 3 Monate nicht mehr unter! Das Museum für NOK 50.- lassen wir aus, dafür fotografieren wir bei kühlen 5°C den metallenen Polarkreisglobus.Symbol beim Polarkreiszentrum Im modernen übersichtlichen Hallenkomplex befinden sich ein schöner Souvernirshop und ein Selbstbedienungsrestaurant. Draussen füllt sich der grosse Parkplatz von Minute zu Minute mit Reisecars, Wohnmobilen und Motorrädern. Der Anblick durchnässter Motorradfahrer, vorwiegend deutsche, lässt unsere daheim gelassenen Motorräder keinen Augenblick missen.Das Polarkreiszentrum-Gebäude Die E6 verläuft weitere 20 Km auf knapp 700 m Höhe. Rundherum ist es nicht mehr stark bewachsen, bei gutem Wetter hat man Sicht auf die über 1'500 m hohen Berge. Bis Fauske geht es bergauf bergab. Im dortigen Informationsbüro beschaffen wir uns Fährfahrpläne für auf die „Lofoten“-Inseln. Statt von Bodo die 4-stündige Fähre zu nehmen, fahren wir weiter nach Skutvik, um dort die 2-stündige Fähre nach Svolvear zu nehmen.Unterwegs nach Skutvik Nach Fauske durchfahren wir insgesamt 18 Tunnel und lassen die Regenwolken definitiv hinter uns. Teilweise führt die Strecke an Fjorden, Seen und Flüssen vorbei und ist sehr kurvig. Vor Ulvsvag verlassen wir die E6 in die Str. 81. Die bis Skutvik verbleibenden 36 km via Hamaroy sind besonders schön. Um 16.30 Uhr nimmt die Fähre Kurs auf die Lofoten. Die Überfahrt ist unbeschreiblich schön, wobei das tolle Wetter mitzaubert. Im Info-Büro von Svolvear decken wir uns mit Lokalbroschüren ein und nehmen im 5 km entfernten Kabelvag, im Sandvika Camping, eine Hütte am Meer (NOK 450.- inkl. Dusche/WC). Der erste Eindruck von den Lofoten gefällt unheimlich!

Fazit: In Skutvik mussten einige Fahrzeuge wegen Platzmangel auf die nächste Fähre um 19 Uhr warten. Wer sich einen Platz sichern will, muss entweder reservieren oder sich während der Hochsaison frühzeitig am Hafen anstellen. Die Fähre schwankt trotz niedrigen Wellen ungewöhnlich stark. Seekranken ist eine Reisetablette empfohlen.

 

 

Der Ort mit dem kürzesten Namen der Welt und karibische Sandstrände:

10. Tag/Samstag, 22.6.2002 Kabelvag (Lofoten)-Rundreise-Lyngvaer (Lofoten) (Km 305)

Wetter: min. 8°, max. 11°, sonnig, stahlblauer Himmel

Die kürzeste Ortsbezeichnung der WeltDas tolle Wetter präsentiert die Landschaft farbenfroh und wildromantisch. Eigentlich wollen wir auf der E10 bis zum Südzipfel nach A (Ortschaftsbezeichnung!) fahren und ein Stück wieder zurück, um irgendwo zu übernachten. Trotz zahlreichen Abstechern, Fotostopps und gemütlicher Fahrgeschwindigkeit, erreichen wir gegen Abend wieder den Norden. Absolut sehenswert sind die Ortschaften Nusfjord, Hamnoy und Reine. Sowohl die Küstenstrasse 815 als auch die Parallelstrasse dazu, die E10 via Borg, muss man fahren. Der kurze unterirdische Tunnel (ca. 800 m) zwischen Vestagoy und Flakstadoy kostet pro Weg NOK 65.-. Das Tanken wird je südlicher desto teurer. Wer ab dem 22. Juni eine schön gelegene Hütte will, muss frühzeitig reservieren.

Fazit: Noch schönere Wetterverhältnisse kann man sich auf den Lofoten gar nicht vorstellen. Die Inseln sind von hohen dunklen Bergen durchzogen. Wären nicht die tiefen Temperaturen, könnte man sogar die weissen Sandstrände mit dem kristallklaren Wasser einer Karibikinsel zuordnen. Als einen der besonderen Orte, haben wir unsere gestrige Übernachtungsstätte in Kabelvag (5 km südl. v. Svolvaer) empfunden. Wirtschaftlich ersetzt der Tourismus bereits eine erhebliche Lücke, die durch die stark zurückgegangene Fischmenge entstanden ist. Nur leider kommt eine Grosszahl der vorwiegend älteren Touristen wegen der Hobby-Anglerei hierher. Der Anblick dieser gebräunten und grün gestiefelten Rentner ist kein Genuss für unser Auge. Doch tote Fische sieht man ohnehin überall auf der Insel. Dorsche werden bis Ende Juni zum Trocknen auf Holzgerüsten aufgehängt. Die Dorschleiber sind bei den Südeuropäern und die Köpfe bei den Nigerianern beliebt. Dorschzungen hingegen werden direkt nach dem Fang herausgetrennt und als Delikatesse nach Paris zu den sog. Feinschmeckern geflogen. Die Lofoten-Inseln gelten zwar noch als Geheimtipp, ein Naturparadies darf man jedoch nicht erwarten, dafür gibt es bereits zu viele Siedlungen und Bauernhöfe.

 

 

Norwegens Nachbarn – weniger spektakulär, weniger reich, dafür jünger, freundlicher und kulinarisch besser:

11. Tag/Sonntag, 23.6.2002 Lyngvaer (Lofoten)-Kiruna (Schweden) (Km 461)

Wetter: min.8°, max. 11°, sonnig, gegen Abend bewölkt

schöne Tjeldsund-Hängebrücke auf den VesteralenBevor wir zum Fährhafen Fiskebol fahren, um nach Melbu, auf die Vesteralen-Inseln rüberzusetzen, machen wir einen kurzen Foto-Abstecher nach Henningsvear. Dieser malerische Ort ist unserer Meinung nach, zusammen mit Hamnoy, das schönste Hafenstädtchen auf den Lofoten. In Fiskebol verpassen wir knapp die Fähre und warten gut 1 Stunde auf die Nächste. Die gemütliche Überfahrt dauert nur 25 Minuten und kostet NOK 96.-. Die folgenden 206 Fahr-Kilometer auf den Vesteralen bis Bjerkvik sind kurvenreich und führen über insgesamt 3, unglaublich aber wahr, kostenlosen Brücken. Ein Höhepunkt ist die lange „Tjeldsund“-Hängebrücke. Trotz schöner Aussicht auf die Berge und auf das Meer ist die Etappe jedoch monoton und zeitintensiv. Sie darf wegen zahlreichen Kleinstsiedlungen (1-4 Häuser/Höfe) oft nur mit 60km/h befahren werden. 18 Km nach Bjerkvik verlassen wir bei Traeldal die E6 und fahren auf die E10 in Richtung Kiruna (Schweden). Nach einem kleinen Pass von ca. 560 m Höhe passieren wir bei Riksgränsen den unbewachten Grenzübergang. Die Strassen haben etliche Bodenwellen, die Landschaft ist felsig, seenreich und leicht bewaldet mit haushohen Birkenwäldern. Uns gefällt diese menschenleere wildbizarre Naturdominanz. Bis zum 122 km entfernten Kiruna gibt es nur in Abisko eine Tank- und Verpflegungsmöglichkeit. Die Gegend wird vorwiegend von einheimischen Wanderern für Ausflüge auf die Berge oder Bootstouren auf dem grossen „Torneträsk“-See besucht. In Kiruna (19'000 Einw.) suchen wir das gleichnamige Camping auf und nehmen für SEK 650.- (Euro 69.-) eine schön ausgestatte Hütte. Und als wir im hauseigenen Restaurant, überhaupt das erste Mal auf dieser Reise, ein Menu „vegetarisk“ auf der Karte entdecken, sind wir erleichtert, nicht schon wieder aus der Büchse leben zu müssen.

Fazit: Kiruna-Lappland sorgt für Ruhe und Entspannung. Es gibt praktisch keine Siedlungen und sogar noch weniger Menschen und Verkehr als in Norwegen. Die Preise für Kost und Übernachtung sind auch hierzulande hoch aber tiefer als in Norwegen. Die Treibstoffpreise sind viel günstiger (ca. Euro 0,90/L) und das Essensangebot ist deutlich reichhaltiger als beim „Fast-Food“-Nachbar, wo Hotdogs, Hamburger + Co. dominieren. Erfreulich für uns Kilometerfresser ist auch, dass auf Hauptstrassen 10 km/h schneller gefahren werden darf.

 

 

Eiskalte Hochzeitssuite – Ureinwohner Skandinaviens – Zeichen aus der Vergangenheit und ein neuer Rekord:

12. Tag/Montag, 24.6.2002 Kiruna (Schweden)-Finnland-Alta (Norwegen) (Km 488)

Wetter: min. 5°, max. 13°, vorwiegend sonnig, zwischendurch wenige Regentropfen

Typisch LapplandKiruna, mit 20'000 km2 Ausdehnung halb so gross wie die Niederlande, war einmal die grösste Gemeinde der Welt. Interessant ist sicher die 1,5-stündige Führung (tägl. 9, 10, 13+14 Uhr) durch die grösste Untertagegrube (370 m tief) der Welt. Seit 1890 wird hier Erz abgebaut und existiert nur noch dank der Raumfahrt- und Computerindustrie. Wir verzichten auf die Besichtigung, weil wir schon mal ein Salzbergwerk (Hallstatt-Oberösterreich) besucht haben. Drinnen bzw. in der Tiefe ist es ähnlich, nämlich dunkel, kühl und feucht und darauf haben wir keine Lust.Vielseenlandschaft in Lappland
Gegen 9 Uhr verlassen wir Kiruna auf der E10 in Richtung Nordkap und wollen bei Karesuando über die finnische Grenze. Bereits 10 Km nach Kiruna biegen wir links nach Jukkasjärvi ab, um das berühmte Ice-Hotel zu besuchen. Leider kann es erst ab 10 Uhr besichtigt werden (Eintritt SEK 100.-/ca. Euro 10.- p.P.), weshalb wir darauf verzichten. Das Hotel wird jeden Herbst mit ca. 2 Tonnen antransportiertem Eis neu aufgebaut und befindet sich in einer überdimensionalen Kühlhalle. Von aussen sieht es total unspektakulär aus. Und tatsächlich verbringen hier viele Leute die Hochzeitsnacht auf einem Eisbett (DZ: Iglus ganzjährig buchbar, ca. Euro 100.-/Ice-Hotel nur im Winter, ca. Euro 250.-). Das Essen wird allerdings in der separaten warmen Hotelhalle serviert.Tagebücher in Felsen gehauen...im Alta-Freilichtmuseum Ab Vittangi bis Finnland sind die schwedischen Strassen in schlechtem Zustand. Dies fällt bei einem Fahrzeug mit kurzem Radstand besonders auf. In Finnland sind die Strassen spürbar besser, ab Norwegen sogar einwandfrei. Die Landschaft der drei Länder unterscheidet sich dagegen nicht gross voneinander. Misch-, Nadelholz- und Birkenwälder mit zahlreichen Seen wechseln sich ab. Einmal sehen wir ein Rentierpaar am Strassenrand grasen.Wohin solls denn gehen? Abgesehen davon, ist es wieder einmal enorm menschenleer und verkehrsarm. Die beiden Grenzübergänge Schweden/Finnland bei Karesuando und Finnland/Norwegen bei Kivijärvi sind unbewacht, als wir sie passieren. Zwischen Kautokeino bis Alta ist Norwegen vorwiegend von der sog. Urbevölkerung Skandinaviens, den Samen besiedelt. Sie leben heute von der Rentierzucht und vom Tourismus. Kautokeino ist die einzige Gemeinde von Norwegen mit einem offiziell samischen Namen und zudem die flächengrösste (9700 km2). Hier gibt es etwa 100'000 Rentiere aber nur 3'000 Einwohner. Wer originellen Silberschmuck mag, muss in Kautokeino „Juhl’s Silbergalerie“ besucht haben. Das Gebäude ist schon architektonisch interessant genug. Gegen 18 Uhr erreichen wir Alta und nehmen uns im gut ausgestatteten „Strand Camping“ die kleinste Hütte (NOK 260.-). Fit und munter wie wir sind, besuchen wir noch das Alta-Museum und sehen uns bei einem ca. 3 Km langen Fussmarsch die berühmten „Felszeichnungen“ (UNESCO-Weltkulturerbe) im Freien an (Eintritt NOK 70.- p.P.). Unbedingt gesehen haben muss man sie jedoch nicht. Am Schluss des Abends feiern wir noch den Mindestverbrauchsrekord unseres Fahrzeugs, das auf 100 Km im Durchschnitt 7,06 Liter Diesel verbraucht hat.

Fazit: Preislich ist Finnland und Schweden günstiger als Norwegen. Der Treibstoff ist in Finnland am Günstigsten (Euro 0.86/L/Diesel). Raststätten sind in Schweden/Finnland nur in grösseren Orten, in Norwegen häufiger vorhanden.
Obwohl Norwegen in Sachen Sauberkeit, Ordnung und Infrastruktur die Nase vorn hat, ist der Preis dafür sündhaft hoch. Alle Dienstleistungen und Produkte sind künstlich verteuert. Wie wir durch Gespräche mit Einheimischen Arbeitnehmern erfahren haben, sind die Netto-Einkommen jedoch gar nicht mal so hoch. Ein Restaurantpächter hat uns mal gesagt, dass er während der Touristensaison (Mai-September) Geld verdient und es im Winter in Billigländern ausgibt. Er fände das Leben in Norwegen zu teuer.

 

 

Nordkap, nicht das nördlichste aber attraktivere Kap Europas – Rentiere garantiert – einsame Tundra – endlose Abzockerei:

13. Tag/Dienstag, 25.6.2002 Alta-Nordkap-Skoganvarre (Km 499)

Wetter: min. 5°, max. 8°, vorwiegend stark bewölkt, kurze Regenschauer

Globus aus Stahl - am NordkapDa das Infobüro in Alta erst um 10 Uhr öffnet, wissen wir leider nicht, ob die hohe Tunnelgebühr am Nordkap mit der Kreditkarte bezahlt werden kann. Bevor wir also auf der E6 zum 240 Km entfernten Nordkap aufbrechen, müssen wir Geld wechseln.
Da die Einheimischen alles ausgeprägt gelassen angehen, dauert auch dieser Service sehr lange! Ab ausgangs Alta ist der Zustand der E6 wieder sehr schlecht.Blick zum nördlicheren Kap - vom Nordkap aus Bei Sennalandet erreichen wir den höchsten Punkt auf 382 m. Links und rechts erheben sich 500-600 m hohe Berge. Das raue Klima überleben hier nur Krüppelbäume, Sträucher und Moose. Einmal ausgerissen, wächst lange nichts mehr nach, wenn überhaupt. Ohne Vorwarnung gelangen wir wegen Strassenarbeiten auf 3 Km gröbste Schotterstrasse, woran sich besonders die Motorradfahrer freuen dürften. Die bloss 4 älteren herumstehenden Bauarbeiter machen den Anschein, dass sich die Arbeiten noch lange hinziehen werden.Kreative Grottenbar in der Nordkaphalle Bis zum längsten und kostenpflichtigen Unterwasser-Strassentunnel „Fatima“ (6, 87 Km) führt die Strecke an der Porsangerfjorde entlang. Sie ist kurvenreich und von Schieferfelswänden gesäumt. Mit Ausnahme des Skarvberg-Tunnels, sind die Strassen wieder besser. Die Insel Mageroya, wo sich das Nordkap befindet, besteht nur noch aus hügeliger unbewachsener Tundra-Landschaft mit vielen Rentieren.Tundra-Landschaft um das Nordkap Eine wunderschöne wilde Gegend! Nachdem wir am Nordkap den Eintrittsposten passieren, dürfen wir uns auf einem riesigen grobsch(r)ottrigem Feld einen Parkplatz aussuchen. Wenn das keine Verarschung ist! Mit den immensen Einnahmen hätte man diesen Platz wenigstens asphaltieren können.Ein Einheimischer... Um auf die Kap-Spitze mit der Weltkugel aus Stahl zu gelangen, muss man zuerst die moderne Nordkaphalle durchgehen. Unter dieser Konstruktion befinden sich u.a. eine Multivisionsshow, Grottenbar, Kappelle, wo man sich trauen lassen kann, eine einzige Hochzeitssuite, Souvenirshops, Restaurants und eine Post mit dem berühmten Nordkapstempel. Wir haben Glück, dass die sonst üblichen grossen Menschenmassen ausbleiben und fotografieren störungsfrei die Klippe und Umgebung. Gegenüber liegt der eigentliche nördlichste Punkt Europas, das „Knivskjelodden“. Dieses Kap ist 307 m nördlicher als das Nordkap. Da es jedoch unspektakulärer aussieht, haben es die Marketingstrategen kurzerhand deklassiert. Wir machen uns via Lakselv wieder auf den Weg nach Finnland. 66 Km vor der Grenze übernachten wir ein letztes Mal in Norwegen, in Skoganvarre (Hütte für NOK 260.-).

Fazit: Nordkap-Kosten: Tunnel „Fatima“ (24h geöffnet) pro Weg NOK 179.- (PW inkl. Fahrer NOK 135.- + Mitfahrer NOK 44.-). Witzigerweise muss man Hin- und Rückweg separat zahlen, obwohl es keinen anderen Weg zurück gibt. Unverständlich auch, dass bei den Motorradfahrern der Sozius mitzahlen muss. Nordkap-Eintritt: (9-2 Uhr morgens geöffnet) NOK 185.- p.P.. Völlig inakzeptabel dagegen ist, dass die, die nur die Mitternachtssonne vom Parkplatz aus beobachten möchten, ohne die Halle zu betreten, auch zahlen müssen. Naturspektakel gehören keinem Land, sondern allen. Wir werden uns beim norwegischen Tourismusattaché in Zürich darüber beschweren müssen. Tut’s bitte auch!

 

 

In die mückenreichste Region Skandinaviens - finnisch-Lappland – endlich Fussball:

14. Tag/Mittwoch, 26.6.2002 Skoganvarre (Norwegen)-Inari (Finnland) (Km 186)

Wetter: min. 7° max. 13°, sonnig, leicht bewölkt und regenfrei

Witziger Souvenirshop in Finnland18 Km nach Karasjok, wo sich u.a. eine Volksschule, Rundfunkstation sowie die grösste Bibliothek der Samen befinden, passieren wir bei Karigasniemi die menschenleere Grenze zu Finnland. Die Uhren müssen 1 Stunde vorgestellt werden. Es folgt eine 80 Km schnurgerade Strecke, die wie über Kamelhöcker, rauf und runter führt. 32 Km vor unserem heutigen Etappenziel Inari, machen wir in Kaamanen einen Tank- und Imbissstopp (Diesel Euro 0,86/L). Bezahlt wird ab diesem Jahr mit Euro. Endlich können wir für einmal ein Fussballspiel im TV verfolgen.Mitternachtssonne in Inari, Nordfinnland Die Norweger haben sich nie und nirgends für Fussball interessiert. Die Resultate konnten wir immer erst am nächsten Tag aus den Boulevardblättern entnehmen. Gerade beginnt das WM-Spiel Brasilien-Türkei und natürlich drücken wir den Aussenseitern die Daumen. Dazu kosten wir „Lapin Kulta“, finnisches Bier vom Feinsten. In Inari suchen wir gleich nach der Ankunft eine Unterkunft am gleichnamigen See und werden im „Uruniemi Camping“ fündig. Das Zimmer Nr. 15 (inkl. Dusche/WC) mit Aussicht auf den See und die Mitternachtssonne empfehlen wir gerne weiter (Euro 42.-). Unseren abendlichen Spaziergang müssen wir jedoch wegen der unglaublich grossen Mückenplage vorzeitig abrechen. Ab 20 Uhr wimmelt es von Moskitos!

Fazit: Finnisch-Lappland heisst Natur pur. Die Landschaft ist von kurzwüchsigen Birken- und Nadelholzwäldern, von Seen und Sümpfen dominiert. Einmal mehr war es verkehrsarm, Touristen haben wir nur auf dem Campingplatz getroffen. Und wie es aussieht, haben wir teure Fährverbindungen, kostenpflichtige Tunnels, Brücken, Mautgebühren und häufige Radarfallen jetzt definitiv hinter uns.

 

 

Unterwegs in Lappland – zurück zum Polarkreis:

15. Tag/Donnerstag, 27.6.2002 Inari-Luosto-Rovaniemi (Km 429)

Wetter: min. 15, max. 19°, abgesehen von ein paar Regentropfen meist sonnig

Besondere Verkehrsteilnehmer in LapplandWir verlassen Inari in Richtung Süden nach Rovaniemi und begegnen unterwegs immer wieder Rentieren, die die Strassen überqueren. Die Rentiere sind für Touristen zwar eine Attraktion, für die Einheimischen hingegen eine lästige Verkehrsbehinderung. Die Strassen sind in sehr gutem Zustand und die Geschwindigkeitsgrenze meist bei 100 Km/h. Wir kommen deshalb zügig voran und haben kaum Gegenverkehr.Typische Seeslandschaft in Lappland In Vuotso gehen erneut Rentiere (etwa 12-15) über die Strasse. Als wir aussteigen, um sie zu fotografieren, werden wir regelrecht von Wespen verfolgt und zurück ins Fahrzeug vertrieben. 2 Km nach Aska biegen wir links in die Nebenstrasse 962 Richtung Kemijärvi ab. Unterwegs halten wir in Luosto an und verpflegen uns im gleichnamigen Hotel (vermutlich war es das beste vegetarische Gericht von ganz Skandinavien!).Das Postamt des Weihnachtsmannes auf dem Polarkreiszirkel Eine Übernachtung in diesem modernen Komplex würde in der Sommersaison bloss Euro 68.- (DZ/inkl. Frühstück, Schwimmbadbenützung) kosten. In der Umgebung sind die Amethyst-Stein-Minen sehenswert. Kemijärvi, der nächste Stopp, liegt schön am See, ist jedoch stark industrialisiert. Kurz nach 19 Uhr, erreichen wir 8 Km vor Rovaniemi den Polarkreiszirkel. Dieser ist auf dem Boden eingezeichnet und befindet sich unmittelbar vor dem Postgebäude des Weihnachtsmannes. Hier herrscht im Übrigen ganzjährig Weihnachtsstimmung. Der Santa Claus trägt auch im Sommer die rot-weisse Arbeitskluft und überall sind Weihnachtslieder zu hören (Öffnungszeiten: täglich von 9-19 Uhr). Mit dem Überschreiten des Polarkreises ist aber leider die Südgrenze Lapplands erreicht und auch die Sonne geht wieder unter. In Rovaniemi sind alle Hütten der 3 Campingplätze ausgebucht. Es ist wieder Zeit, das Zelt aufzuschlagen (Euro 13,50/Zeltplatz), was uns bei Temperaturen um 19°C leicht fällt. Das „Napapiirin Saarituvat“-Camping liegt direkt am Kemijoki-Fluss und 6 Km ausserhalb der Stadt. Im Camping-Restaurant, das bis 23 Uhr geöffnet hat, schreiben wir, wie jeden Abend, den Reiseverlauf im Notebook nieder und schauen unsere digitalen Bilder am Bildschirm an.

Fazit: Lappland präsentiert sich weiterhin flach. Bis Kemijärvi gibt es ausnahmsweise wenig, vor Rovaniemi wieder mehr Seen und Flüsse. Die Wälder bestehen weiterhin aus Birken- oder Nadelholzbäumen. Es gibt häufigere Tank- oder Verpflegungsmöglichkeiten. Der Diesel ist je südlicher desto günstiger (Euro 0.77/L). Es ist ein wenig Vorsicht vor der Wespenplage geboten!

 

 

Der zweite Wohnsitz des Weihnachtsmannes – Geraubte Wälder:

16. Tag/Freitag, 28.6.2002 Rovaniemi-Kuusamo-Suomussalmi (Km 381)

Wetter: min. 11°, max. 15°, meist starker Regen und starker Ostwind

Der Schreibtisch des abwesenden WeihnachtsmannesDie Nacht im Zelt war mit kühlen 11,5°C und Verkehrslärm von der nahe gelegenen Hauptstrasse alles andere als erholsam. Zum ersten Mal auf dieser Reise finden wir die Toiletten-/Duschräume eines Campings schmutzig vor. Nach dem „selfmade“-Frühstück fahren wir erneut zum Polarkreiszirkel. Diesmal ist das Santa Claus-Areal geöffnet. Wir besuchen die Werkstatt des Weihnachtsmannes, die 15 Souvenirläden und das Postbüro. Wer Weihnachtsbaumschmuck oder skandinavische Mitbringsel in bester Qualität sucht, wird hier garantiert fündig. Als Andenken kann man sich auch mit „Santa Claus“ fotografieren lassen. Ein Foto kostet allerdings happige Euro 17.-. Im Postbüro bringen wir in Erfahrung, dass hier täglich rund 30'000 Wunschbriefe von Kindern aus 184 Nationen eintreffen. Den Rang der Länder führt Japan gefolgt von Grossbritannien und Polen.Das Arktikum-Museum in Rovaniemi Einige davon sind ausgestellt, darunter auch mit enttäuschtem oder verärgertem Inhalt, weil sie mehrmals geschrieben jedoch nie eine Antwort erhalten haben. Kein Wunder, denn der richtige St. Nikolaus hat einst im südtürkischen Demre (damals Myra) gelebt und ist auch dort gestorben. Doch die Idee mit dem Santa Claus-Park ist echt toll! Wir können es jedem Erwachsenen (auch Kindern) weiterempfehlen. Auch das „Arktikum“-Museum (Eintritt Euro 10.-/Erw.) in Rovaniemi ist ein Besuch wert. Dort werden die Völker- und Tierwelt des Nordens vorgestellt und ein Film über die Variationen des Polarlichtes gezeigt. Bevor wir auf der Str. 81 Richtung Kuusamo weiterfahren, buchen wir in einem Reisebüro die Fährüberfahrt von Vaasa nach Umea (Schweden). Denn statt Mittelschweden wollen wir nun doch lieber Mittelfinnland bereisen. In Kuusamo ist bloss die riesige Holzindustrie zu erwähnen. Die Landschaft dazwischen besteht vorwiegend aus jungen Kiefernwäldern und es gibt wieder mehr Seen. Ein paar Rentiere kreuzen ab und zu unseren Weg. Elche haben wir jedoch seit Norwegen nicht mehr gesehen, dafür einen Wildhasen. 4 Km nach Suomussalmi erwischen wir im „Kiantajärvi Camping“ ausnahmsweise eine miserable Hütte (Euro 42.-). Es gibt kein fliessendes Wasser in der Küche, die nächste Trinkwasserstelle ist 100 m weit und das originelle Klo spricht auch nicht für sich. Meiden!

Fazit: Unterwegs gab es keine besonderen Sehenswürdigkeiten. Man merkt rasch, dass die unberührte Landschaft Lapplands weit zurückliegt. Alte Bäume/Wälder sieht man selten. Hier wird massiv gerodet und häufig nicht nachgeforstet. Wer sein Gewissen beruhigt, in dem er europäisches statt Tropenholz kauft, soll sich das hier mal anschauen. Hinzu kommt, dass tropisches Holz oft nach Finnland gelangt, um dort verarbeitet zu werden. Sie werden danach als „finnisches“ Produkt deklariert! Die Schweizer z.B. hätten genug Holz in ihrem Land, um ihren täglichen Bedarf zu decken. Worauf wartet ihr also noch….bis euch die Luft ausgeht?

 

 

Mittelfinnland, im Herzen Finnlands ist herzlich wenig los – Fussball zum Zweiten:

17. Tag/Samstag, 29.6.2002 Suomussalmi-Kajaani-Kuopio-Jyväskylä-Vaasa (Km 742)

Wetter: min. 13°, max. 17°, wechselhaft (Regen/Sonne)

UNESCO-Holzbaukirche in Petäjävesi, MittelfinnlandDie heute ein wenig zu lang geratene Strecke verläuft wiederum an vorwiegend jungen Nadelholzwäldern, grossen gerodeten Flächen und zunehmender Landwirtschaft. In Kuopio besuchen wir den 75 m hohen Aussichtsturm „Puijo“ (Eintritt Euro 3.- p.P.) und schauen auf die flauschige Insellandschaft des Kallavesi-Sees herrunter. Die Stadt selbst ist nicht unbedingt sehenswert, doch eine 1,5-stündige bis 4-tägige Rundfahrt mit einem Dampfschiff soll sehr schön sein. Auch der nächste Halt, die Stadt Jyväskylä ist eher unspektakulär.Typische Strassenrandverkleidung in ganz Skandinavien Die Holzbaukirche (1764) in Petäjävesi (UNESCO-Weltkulturerbe) ist dagegen einen Besuch wert. Sie gilt als eines der schönsten Holzbauwerke Finnlands. In Seinäjöki suchen wir vergeblich den Campingplatz und fahren deshalb weiter bis Vaasa. Was wir jedoch nicht wissen ist, dass in der Stadt und im Umkreis von 1-2 Fahrstunden alle Hotels/Hütten/Pensionen wegen dem „Vaasa-Fussball-Cup“ restlos ausgebucht sind. In den Hotelhallen aller Kategorien, tummeln sich Kinder im Alter von 6-16 Jahren, Eltern, Trainer usw.. Alles wegen dem (Scheiss-)Fussball! Wir wollen nicht schon wieder eine kühle schlaflose Nacht im Zelt verbringen. Wie durch ein Wunder erhalten wir beim letzten Versuch das letzte Einzelzimmer (Euro 82.-) eines grossen Hotels. Während dem das Personal ein Zusatzbett organisiert, schauen wir uns in der Hotelbar das Halbfinalspiel Südkorea-Türkei an und versöhnen uns wieder mit dem Fussball.

Fazit: Mittelfinnland (Zwischen Rovaniemi und Jyväskylä) hat uns nicht gut gefallen, es ist landschaftlich unattraktiv. Ackerflächen und Bauernhöfe haben wir schliesslich auch in der Schweiz. Genau deshalb haben wir an den Elch-Warnschildern gezweifelt. Zwischen Kühen und Holzfällern können wir uns kein Elch-Leben vorstellen. Aufgefallen ist uns auch der mangelnde Auslandtourismus. Der Touristenstrom verläuft ganz eindeutig durch Norwegen (E6-Route). Die Finnen haben wir jedoch als lebhaft und herzlich erlebt. Man spürt, dass das Land nicht so reich ist. Das Leben wirkt einfacher aber auch freier und weniger starr als in Norwegen. Wir haben kein einziges Geschwindigkeitsmessgerät gesehen und es wird hier trotzdem nicht schneller aber auch nicht langsamer als erlaubt gefahren. Alles in Allem haben wir Finnland sehr lieb gewonnen….Lapin Kulta!

 

 

Abschied vom Munkki, dem finnischen Muntermacher – WM-Finale – Schwedens Ostküste oder die Schweiz am Meer:

18. Tag/Sonntag, 30.6.2002 Vaasa-Umea (Schweden)-Söderhamn (Km 445)

Wetter: min. 12°, max. 18°, sonnig, leicht bewölkt

Gegen Mittag machen wir uns auf den Weg zum Fährhafen von Vaasa und nehmen Abschied vom „Munkki“, eine Art Berliner, der in Finnland zu Kaffee gespiesen wird. Die Fähre setzt in 4 Stunden nach Umea, Schweden rüber. Wie auf jeder Fähre, gibt es auch hier einen grossen Saal mit Spielautomaten. Die sind hier regelrecht von Kleinkindern besetzt, die das Geld ihrer Eltern nur so in den Schlitzen verschwinden lassen.Schöne Hängebrücke an der Ostküste Schwedens Das Verpflegungsangebot an Bord ist gut, vielseitig und günstig. Gut finden wir auch die Live-Übertragung des WM-Finalspiels zwischen Deutschland und Brasilien. Schneller kann die Zeit nicht vergehen! Umea ist ein industrieller (Papier- u. Holzverarbeitung) Ort, den wir sofort nach der Ankunft wieder verlassen. Am Hafenzoll ist niemand anwesend. Rasch stellen wir die Uhren wieder um eine Stunde zurück und versorgen den Euro. Obwohl Schweden EU-Mitglied ist, hat hier der Euro wie auch in Dänemark noch nicht Einzug gehalten. Schweden’s Ostküste, zwischen Umea und dem heutigen Zielort Söderala-Mohed (10 Km westlich von Söderhamn) ist sogar noch weniger attraktiv als Mittelfinnland. Auf der E4, eine breite und teilweise doppelspurige Schnellstrasse, kommt man dafür zügig voran (meist 90-110 Km/h). Es ist in Schweden erlaubt und üblich, auf den Pannenstreifen auszuweichen, wenn man überholt wird. Leider tun es zwar nicht alle, doch wenn es jemand tut, wird per Blinksignal gedankt. Obwohl in unserem Dumont-Führer die „Högas Kusten“ (UNESCO Weltkulturerbe) als schärenreiche (fjordenreich) Gegend besonders hervorgehoben wird, empfinden wir dies nicht so, zumindest nicht von der E4 aus! Gegen 22 Uhr ruhen wir uns in Mohed, im 4-Stern-Camping „Natura“, der schön in einem Seepark gelegen ist, in einer grossräumigen Hütte aus (SEK 375.-/Euro 40.-/ohne WC/Dusche/Wasser).

Fazit: Die Landschaft auf der Küstenstrasse E4 ähnelt fast 1:1 der Schweiz. Sie ist dicht besiedelt und die Wälder sind oft den Ackerflächen gewichen. Dabei hätten wir schon eine schwedische Eigenart erwartet. Tank- und Raststellen gibt’s genug, in Ortsnähen auch viele Radarfallen. Alles ist teurer als in Finnland aber günstiger als in Norwegen. Auffällig unterschiedlich ist auch das Durchschnittsalter in diesen Ländern. In Norwegen haben wir praktisch nur ältere Menschen auf den Strassen gesehen, Familien mit Kindern eher sehr selten. In Finnland und Schweden gibt es nur im Norden vorwiegend alte Menschen. Je südlicher, sieht man desto mehr Familien und Kinder. Eigentlich wimmelt es nur von Kindern und ob sie nun von Papa, was man hier häufiger als in der Schweiz sieht oder von Mama begleitet sind, sie werden höchst antiautoritär behandelt. Mit höchst antiautoritär meinen wir, wenn die Kinder kreischen oder mit Dingen auf den Tisch schlagen und wir daneben kaum kommunizieren können.

 

 

Von der Ost- zur Westküste Schwedens – nichts Neues!

19. Tag/Montag, 1.7.2002 Söderhamn-Gävle-Örebro-Göteborg (Km 719)

Wetter: min. 13°, max. 17°, wechselhaft mit kurzem starkem Regen

Der Wasserturm in Örebro, den ein saudischer Prinz nachbauen liessHeute steht uns die letzte skandinavische Etappe unserer Nordkap-Reise bevor. Da wir bereits viel gesehen haben, Städte lieber umfahren und genug Kilometer gefahren sind, streichen wir Stockholm aus dem Programm. Bis Gävle auf der E4 und von dort auf der Strasse 80 bis Storvik kommen wir relativ schnell voran. Mühsam zu fahren ist die Str. 68 bis kurz vor Örebro. Die Strassen sind schlecht und die Verhältnisse wie in der Schweiz, mit vielen Dörfern, 50 Km/h-Strecken, Sonntagsfahrern und langweiligen Landwirtschafts-Panoramen.Das Schloss von Örebro In Örebro, einer übersichtlichen lebendigen Kleinstadt, besuchen wir das „Slott“ (Schloss) und den 50 m hohen Wasserturm mit integriertem Café. Hier fällt uns, zum ersten Mal auf dieser Reise, der hohe Ausländeranteil auf. Abgesehen von Touristen, haben wir bisher lauter hellhäutige, blauäugige und blonde Skandinavier gesehen. Bis Göteborg auf der E20 kommen wir rasch voran. Unterwegs reservieren wir noch ein Hotelzimmer, denn in dieser knapp 1 Mio.-Stadt (inkl. Agglomeration) finden jährlich etwa 70 Messen statt. Erst beim dritten Versuch werden wir in einem 4-Stern-Hotel fündig (DZ SEK 890.-/inkl. Frühstück).

Fazit: Landschaftlich verpasst man auf dieser Strecke bestimmt nichts. Auch die Sehenswürdigkeiten sind nicht spektakulär. Abgesehen von der Sprache, ist Schweden sowohl preislich auch landschaftlich kaum von der Schweiz zu unterscheiden. Göteborg scheint auf den ersten Blick eine grosse, lebendige und moderne Hafenstadt zu sein.

 

 

Göteborg – eine Stadt für jeden Geschmack!

20. Tag/Dienstag, 2.7.2002 Göteborg

Wetter: tagsüber ca. 14-17°C, wechselhaft, windig.

Aussicht auf die Stadt Göteborg vom "Lipstick"-Turm ausWir machen vom Stadttheater aus eine 1-stündige Stadtrundfahrt mit dem Cabriolet-Bus (SEK 75.- p.P.). Göteborg ist auf den zweiten Blick doch nicht so unübersichtlich.Überwachungsanlage eines Stadtcafés in Göteborg Vom 85 M hohen „GöteborgUtkiken“ oder „Lipstick“ aus, wie es die Einheimischen nennen, hat man eine tolle Rundumsicht (Eintritt SEK 30.- p.P.). Am Besten ist die Stadt per Tram zu erkundigen und weil sie breitspurig sind, haben sie ein relativ rasantes Tempo drauf. Doch auch mit dem PW ist der Verkehr zu bewältigen. Gehupt und gedrängt wird hier, wie in ganz Skandinavien, so gut wie gar nicht.

Fazit: Göteborg ist eine abwechslungsreiche, lebhafte und nicht zuletzt, eine gepflegte Stadt mit einem grossen Angebot an Ausgangsmöglichkeiten und Konsumgütern für jeden Geschmack. Besonders die zahlreichen Pubs und das multikulturelle kulinarische Angebot sind uns aufgefallen. Gute Restaurants sind übrigens meist ausgebucht.

 

 

Der Stolz Schwedens, Volvo – Abschied von Skandinavien:

21. Tag/Mittwoch, 3.7.2002 Göteborg-Kiel

Wetter: wechselhaft, 15-17°C, windig, abends starker Regenfall

Der erste Volvo-BusNach dem Ausschlafen fahren wir mit dem PW zum legendären „Volvo-Museum“ (Eintritt SEK 30.- p.P.). Die Wegbeschreibung lässt ein wenig zu wünschen übrig, denn Volvo ist hier immer und überall. Etwa jedes 3. Fahrzeug ist ein Volvo und in der Umgebung des Museums befinden sich grossflächige Produktionswerke dieser Marke.Der künftige Volvo-Bus? Ein Prototyp Doch das Suchen lohnt sich. Vom ersten bis zum letzten Volvo-Modell, ob Prototyp, Rennversion, Lkw, Bus, Flieger oder sogar Panzer, ist hier alles vertreten und gut beschrieben. Das Museum ist für jeden Fahrzeug-Interessierten ein absolutes Muss! Kaum sind wir um 18 Uhr am „Tyskland-Hafen“, können wir sofort einchecken und in die „Stena-Line“-Fähre reinfahren. Sie ist nicht ganz so modern und gross wie die norwegische „Color-Line“, dafür umso abwechslungsreicher und, wie kann es anders sein, günstiger. Dementsprechend sind auch die Passagiere viel jünger. Diesmal nehmen wir Abschied vom „Bulle“, dem schwedischen „Munkki“, der bei uns „Schnecke“ (mit Haselnussfüllung) heisst. Auch die Schweden sind übrigens ein sehr angenehmes Volk!

Hier geht's zum Volvo-Museum (Karte)

 

 

Hamburg zum Zweiten – Die Rückreise mit dem Autozug:

22. Tag/Donnerstag, 4.7.2002 Hamburg-Lörrach

Wetter: wechselhaft, grau, windig, 15-17°C

Hamburg - an der AlsterNach der Ankunft am Kieler Hafen, fahren wir direkt über die A7 zum Bahnhof Hamburg-Altona. Dort lassen wir unser Auto stehen und lösen eine Tageskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel (Euro 7,40 für 2 Erwachsene).Ein Segelschiff im Hafen Hamburgs Damit lässt sich Hamburg angenehmer und günstiger erkundigen. Vom Hauptbahnhof aus, machen wir eine sehr lohnenswerte 1,5-stündige Stadtrundfahrt mit einem Doppeldeckerbus (Euro 12.- p.P.). Die Zeit totschlagen ist in dieser quirligen Millionärsstadt (exkl. 4'000 Obdachlosen und 10'000 teils schwer drogenabhängigen) eh sehr einfach. Pünktlich um 20.44 Uhr kehren wir Hamburg endgültig den Rücken zu und verlassen sie mit dem DBAutoZug wieder in Richtung Lörrach. Unterwegs beenden wir unsere kühle, teure aber sehr interessante Nordkap-Reise mit einem Glas Rotwein und erholen uns von den insgesamt über 7'200 Fahrkilometern und nicht weniger Eindrücken, die zuerst verarbeitet werden müssen.

 

 

 

 

Gesamtfazit:

Wir haben Skandinavien gesehen und müssen eigentlich in den nächsten 5 Jahren nicht mehr dorthin. Norwegen hat eindeutig die spektakulärsten Sehenswürdigkeiten und ist zudem vermutlich das sicherste Land auf der Welt. Es gibt praktisch keine Kriminalität, man kann noch überall mit dem Wohnmobil oder Zelt nächtigen. In Schweden dagegen sollen kriminelle Überfälle an der Tagesordnung sein. Nicht dass wir ängstlich sind, doch dieser Aspekt ist bei den vorwiegend älteren Touristen sicher massgebend. Vielleicht haben wir Norwegen auch deshalb als das Altersheim Europas empfunden, ohne die Rentner beleidigen zu wollen. In Schweden/Finnland ist nur der Norden, das Lappland überwältigend. Für Vegetarier/Veganer gibt es nur in Schweden und Finnland öffentliche Verpflegungsmöglichkeiten, wobei Veganer in allen 3 Ländern auf Vorratsrationen zurückgreifen müssen. In Norwegen dagegen haben es Vegetarier schon schwer genug. Wir sind bis zuletzt froh gewesen, dass wir statt mit 2 Motorrädern in einem PW gereist sind. Es halbieren sich nicht nur die Kosten (Treibstoff, Maut) sondern ist (wenn man über 30 ist) auch gelenkschonender (s. Temperaturen oben). Und regnen tut’s ja, hauptsächlich in Mittel- und Nord-Norwegen, auch fast täglich.

Nichts desto trotz, Skandinavien ist ein Muss für jeden der die Natur und die Ruhe geniessen will.

 

 

 

Karten

Route durch Mittel-Norwegen Route durch Nord-Norwegen Route durch Nord-Finnland
Route durch Mittel-FinnlandRoute durch Ost-SchwedenRoute durch West-Schweden

 

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