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In einer Woche mit dem PW durch Jordanien (2000)

 

Reisebericht 

Steckbrief 

Tipps

Karte

 

 

 

 

Reisebericht Jordanien
(geschrieben von Werner Walti)

Jordanisches Autoschild Aus zeitlichen Gründen machten wir, meine Frau und ich, diese Reise von 10 Tagen ausnahmsweise nicht mit dem Motorrad sondern die An- und Rückreise mit dem Flugzeug und die Rundreise durchs Land mit Auto und Chauffeur. Dabei gingen nur schon für die Hin- und Rückreise 2 Tage drauf. So blieben uns also noch ganze 8 Tage (wovon wir 2 Tage fürs Ausspannen benutzten), um dieses Land kennen zu lernen.

 

 

1. Reisetag

- Wüstenschlösser  (nicht unbedingt lohnenswert zu besichtigen)

 

Das Erste was wir von Jordanien zu Gesicht bekamen waren die Wüstenschlösser.Qasr Amra Ehrlich gesagt lohnt es sich eigentlich gar nicht einen Tag für die Besichtigung zu opfern. Sie sind in einem denkbar schlechten Zustand, ja sogar zum Teil fast total zerfallen.Steintüre in Qasr el Asrak Ich hätte da eher Ruinen-Schlösser als Titel nehmen sollen.
Sie wurden in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts errichtet oder zumindest den neuen Gepflogenheiten der Zeit entsprechend umgebaut. Die Schlösser wurden als Wohnsitze ausserhalb der Städte erstellt und sollten hin und wieder den Kalifen und seine Anhängerschaft beherbergen. Qasr Amra, ein kleines Jagdschloss von dem nur noch der Badeteil übrig geblieben ist, liegt 108 Kilometer von Amman entfernt. Qasr el Asrak diente dem Geheimagenten und Schriftsteller T. E. Lawrence als Hauptquartier. Es wurde aus Stein gebaut, da es weit und breit kein Holz gab. Und Wasr el Kharana, das dritte der Schlösser, liegt 62 Kilometer von Amman entfernt.

 

 

 

2. Reisetag

- Ajlun  (Besichtigung nur lohnenswert wenn man auf Burgen steht)

 

Seulenweg in Jerash Der heutige Ausflug führt uns zuerst nach Jerash. Ein erster offizieller Entwurf der Stadt entstand ca. siebzig Jahre nach Christus und spiegelt das typisch römische Modell einer Hauptkolonnade wider. Die wichtigsten Bauten der Stadt umfassten Märkte, Tempel und Brunnen. Da ist gutes Schuhwerk gefragt, da es viel zum Gehen gibt.

 

Die Fahrt geht weiter nach Ajlun. Diese Ortschaft ist aufgrund ihrer Burg Qalat ar Rabad, welches die Landschaft aus wenigen Kilometern Entfernung beherrscht, berühmt geworden. Es handelt sich um eine der „besser erhaltenen“ mittelalterlichen Befestigungen Jordaniens. Von l'250 m Höhe bietet sich ein schönes Panorama auf das Jordantal.

 

 

3. Reisetag

- Amman  (nicht unbedingt lohnenswert zu besichtigen)

- Totes Meer  (sehr lohnenswert zu besichtigen)

 

 Auch McDonalds hat arabisch gelernt... Amman hat man mit einer kleinen Rundfahrt schnell mal gesehen. Ausser der Ausgrabungsstätte, wo sich einst das biblische Rabbath Ammon befand das im ersten Buch Moses erwähnt wird, gibt es nichts Besonders zu entdecken.

 

SeaLevel Schon eher interessant ist das Tote Meer, welches ca. 50 Kilometer von Amman entfernt in einer natürlichen Senke, 394 m unter dem Meeresspiegel liegt.Kein Untergang....

 

Warum es das Tote Meer heisst: Der Salzgehalt ist so hoch, dass kein Lebewesen darin überleben könnte.

 

 

 

 

4. Reisetag

- Madaba  (nicht unbedingt lohnenswert zu besichtigen)

- Berg Nebo  (nicht nur etwas für Historiker)

- Kerak  (lohnenswert zu besichtigen)

 

Heute verliessen wir die Hauptstadt und fuhren Richtung Süden. Der erste Besuch galt der antiken Stadt Madaba, die bereits in der Bibel unter dem Namen Medba erwähnt wird.Mount Nebo Von dem berühmten Mosaik in der griechisch-orthodoxen Kirche St. Georg, das eine Art Landkarte Palästinas darstellt, ist leider nur noch die Hälfte übrig geblieben.
Das verheissene Land Auf dem Weg nach Kerak hielten wir auf dem Berg Nebo an. In der Bibel steht geschrieben, dass dies der Berg ist, den Moses erklimmen durfte, um vor seinem Tode das verheissene Land zu erblicken. Damals war es noch sehr fruchtbar. Aus  800 m Höhe hat man  eine schöne Rundsicht über das gesamte Jordantal bis hin zum Toten Meer.
Die Weiterfahrt führte uns über die Königsstrasse nach Kerak, einem lebhaften Wohngebiet, das für seine recht grosse Festung, die in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts von den Kreuzrittern errichtet wurde, bekannt ist. 

 

 

 

5. Reisetag

- Petra  (unbedingt lohnenswert zu besichtigen)

Schlucht Das heutige Tagesprogramm war der Höhepunkt unserer Jordanienrundreise!"hohen Orte" Man sollte sich unbedingt einen ganzen Tag oder besser zwei Tage Zeit nehmen, um diese gigantische Stätte zu besuchen. Unvergleichlich war der unerwartete Anblick, der sich uns nach der Biegung in der engen Schlucht, der "Siq", bot. Die hohe Fassade des "Schatzhauses", dem berühmtesten Denkmal von Petra, war einfach überwältigend. Mich hatte bis jetzt nur Kappadokien in der Türkei gleichermassen beeindruckt.
Dieses durch hohe Felswände natürlich geschützte Gebiet, das nur von dem schmalen Kanal Wadi Musa unterbrochen wurde, bot den Völkern der Antike eine sichere Zuflucht. Schatzhaus Bezeichnend für die nabatäische Religion waren die so genannten "hohen Orte", die im Freien stehenden Altare, auf denen Tiere geopfert wurden. Die Nabatäer, ursprünglich Nomaden, liessen sich in der Zeit um 6. Jh. v. Chr. in dem Gebiet von Petra nieder.

 

 

 

 

 

6. Reisetag

- Wadi Rum  (unbedingt lohnenswert zu besichtigen)

- Aqaba  (nicht unbedingt lohnenswert zu besichtigen)

Unser Wüstenfahrer Auf den Spuren des Lawrence von Arabien gelangten wir ins Wadi Rum. Das besondere an dieser Wüste sind die Gesteinsbildungen und der feine Sand mit ungewöhnlicher Farbtönung, die von einem satten Gelb bis zu einem dunklen Rot reicht. Die bizarren Felsformationen in leuchtendem Sandsteinrot und deren übereinander gelagerten Sandsteinschichten, entdeckten wir während einer zweistündigen Jeepfahrt durch diese einmalige Wüste. Ein Fest für Wüstenfreaks. Und immer am Schrauben.... Ich hätte die grösste Lust gehabt mit meiner Honda Africa Twin diese Tour zu machen.
Unser Fahrer war ein cooler Typ. Er sang die ganze Zeit während dem fahren  irgend ein arabisches Lied und wenn wir uns für ein paar Fotos abwendeten, musste er gleich wieder an seinem Jeep (der meist abgesoffen war) herum schrauben. Doch leider mussten wir diese schöne Idylle aus zeitlichen Gründen nach ein paar Stunden verlassen.

Andere "WüstenJeep's" So erreichten wir Aqaba, am östlichen Arm des Roten Meeres gelegen. Seine geographische Position ist von grosser Bedeutung für die Verbindung zwischen den Küsten der Arabischen Halbinsel und dem Mittelmeerraum. Daher interessierten sich in jedem Zeitalter unterschiedliche Völker und Dynastien für diese Stadt, um deren Herrschaft verbittert gekämpft wurde.Aber Vorsicht.... für uns, eine todlangweilige Stadt mit keinem Erholungseffekt. Es gibt nichts zum erkundschaften, im Meer schwimmen grosse Tanker und die Leute waren ziemlich frech uns gegenüber.

 

 

Steckbrief

Fläche: 89'206 km² (mit Westbank: 97'740 km²)

Einwohner: 2,76 Mio. (mit Westbank: 3,88 Mio.)

Hauptstadt: Amman, über 1,5 Mio. Einwohner

Bevölkerungswachstum: 3,5% pro Jahr

Stadtbevölkerung: 70%

Zusammensetzung der Bevölkerung: 95% Araber, etwa 35'000 Tscherkessen, 6000 Armenier und 3500 Kurden. 930'000 Personen sind als palästinensische Flüchtlinge registriert.

Staatsform: Konstitutionelle Erbmonarchie

Staatsoberhaupt: König Abdullah seit 1999 (Sohn von König Hussein ibn Talal)

Erste Mehrparteienwahl: 1993

Wirtschaft: Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 1992: sFr. 950 Arbeitslosenrate: 30%

Wichtigste Importgüter: Mineralische Brennstoffe, Nahrungsmittel, Maschinen, Maschinenteile, Kunststoffe in Primärform

Wichtigste Exportgüter: Phosphate, Zement, Kunstdünger, Agrarprodukte

 

 

 

 

 

Tipps

Reisezeit

Die beste Reisezeit ist das Frühjahr – Ende März bis Anfang Juni – und der Herbst – Ende September bis Anfang November. 

 

Trinkgelder / Eintrittspreise

Jeder Tourist der dieses Land besucht muss wissen, das was das Öl für die Saudis ist, ist der Tourist für die Jordanier, weil sie ja kein Öl fördern. Das Preisniveau für Touristenangebote ist wohl deshalb im Verhältnis zu Ländern wie Tunesien, Ägypten oder Syrien so hoch. Das beste Beispiel sind Trinkgelder. Der Kofferträger erwartet im Schnitt 1 Dinar (umgerechnet ca. sFr. 2.50), was im Vergleich zu den jordanischen Unterhaltskosten überrissen ist. Doch auch der Eintrittspreis von etwa CHF 50.- (ca. 31.- Euro) für "Petra" ist gut kalkuliert, denn schliesslich verzichtet deshalb kein Besucher auf dieses steinerne Weltwunder.

 

 

 

Passiert wohl nicht jedem Touristen....

Eine wilde Verfolgungsjagd in Jordanien. Drei junge Männer in einem BMW (natürlich nichts gegen die Marke) provozieren grundlos unseren Fahrer und verfolgen oder besser gesagt, jagen uns durch ein Dorf. Plötzlich slidet das andere Fahrzeug und bleibt quer vor uns auf der Strasse stehen. Sofort steigen die heissblütigen Jugendlichen aus. Es sieht so aus, als wollten sie uns prügeln. Aber unser Chauffeur, ebenso überrascht wie wir, reagiert blitzschnell, als ob er die Situation voraus gesehen hätte. Er bremst gewaltig und wir kommen gerade noch rechtzeitig vor dem BMW zum Stehen. Ausweichen und weiter fahren heisst die (Überlebens-)devise. Was nicht einfach ist bei diesem Verkehrsaufkommen. Immerhin befinden wir uns auf einer Hauptverkehrsachse. Unser Mann könnte ein Stuntfahrer sein! Doch die Verfolger sind uns wieder auf den Fersen und die Geschwindigkeiten auf hohem Niveau. Er hat etwas vor, unser Chauffeur, sonst würde er die Verfolger wohl kaum zusätzlich provozieren. Am Ende des Dorfes biegt er fluchtartig in ein Gebäudeareal ein, steigt aus und rennt.......natürlich, zur Polizei! Auf Grund seiner Ortskenntnisse wusste er von dieser Polizeistation und führte die Verfolger hierher. Verdutzt waren wir schon darüber, dass sie sich quasi selbst ausgeliefert haben. Es stellte sich heraus, dass die 3 Jungs zu viel getrunken haben und in dieser Gemeinde wohnhaft sind. Noch während die Polizei sie in Gewahrsam nimmt, setzen wir unsere Fahrt wieder gemässigt fort. Unser Fahrer hat "drive" bewiesen, den könnten wir jedem weiter empfehlen. Wir sind ihm auch für die wertvollen Insider-Informationen über Jordanien sehr dankbar.

 

 

 

 

Karte

JordanPlan.JPG (78663 Byte)

 

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